Lüdenscheider kämpfen gegen den Müll

Mülltüten neben Wertsoffcontainer

Lüdenscheider kämpfen gegen den Müll

Von Heiko Dolle

Viele Lüdenscheider ärgern sich über wilde Müllkippen mitten in der Stadt. Kommunalpolitiker fordern Konsequenzen. Und 1.500 Bürger haben angepackt.

Verrostete Satelliten-Schüsseln, kaputte WC, verschmutzte Matratzen und immer wieder vollgestopfte Müllsäcke: Immer häufiger sehen die Sammelstellen für Papier und Glas in Lüdenscheid wie wilde Müllkippen aus. Die Lüdenscheider Parteien fordern deshalb eine Videoüberwachung und strengere Strafen für Müll-Sünder.

Idee: Eine Müll-Melde-App

Außerdem soll das Personal der Lüdenscheider Stadtbetriebe aufgestockt werden, fordert die CDU. Die SPD kann sich auch vorstellen, dass Anwohner Patenschaften für Gehwege übernehmen. Man könne auch eine App einführen, über die zugemüllte Sammelstellen direkt an die Stadt gemeldet werden. 

Frau und Junge räumen Müll in Plastiksack

1.500 Müllsammler unterwegs

Dabei wird schon viel getan, um das Müll-Problem einzudämmen. Mehr als 1.500 Schüler, Vereinsmitglieder und Anwohner sammelten am Samstag (14.04.2018) in Lüdenscheid fleißig Müll ein. Die Stadt hatte zum 20. Mal zur Aktion "Sauberes Lüdenscheid" gebeten. Ausgerüstet mit Handschuhen, Zangen und Müllsäcken zogen die Leute durch die Ortsteile und befreiten die Straßen vom Müll.

50 Gruppen beim Reinemachen

Frank Wiemer von den Stadtbetrieben Lüdenscheid ist ein wenig stolz auf die große Resonanz. "Dieses Mal haben sich 50 Gruppen angemeldet. Da merkt man, dass der Wille ist da, sein Umfeld sauberer zu gestalten."

Auch der Wald wird zugemüllt

Zwei Buben schleppen alte Autoreifen

Aktion "Sauberes Lüdenscheid"

Fred Josef Hansen ist verärgert. Als Ranger beim Landesbetrieb Wald und Holz muss er mit seinen Kollegen jede Woche Müll entsorgen, den die Spaziergänger und Wanderer zurückgelassen haben. "Es ist dramatisch. Wir sammeln jedes Jahr hunderte Säcke Müll ein. Wenn wir die liegen lassen würden, sähe das aus wie entlang den Autobahnabfahrten. Die Tiere nehmen das auf und fressen das zum Teil. Weil da ja noch Lebensmittelreste drin sind." Einige Tiere verendeten schließlich daran. 

Von Autoreifen, Kühlschränken bis zu kaputten Motorrollern, die Leute werfen heutzutage alles einfach in die Natur, was sonst umständlich entsorgt werden müsste. Frank Wiemer von den Stadtbetrieben kann das nicht nachvollziehen: "Warum kommen die Leute nicht zum Recycling-Hof und entsorgen es ordnungsgemäß?"

Stand: 16.04.2018, 09:53