Modellregion Kreis Warendorf: Wie gut funktioniert die Luca-App?

Auf der linken Seite ein Plakat mit einem Hinweis auf die Luca-App und auf der rechten Seite ein Smartphone, welches gerade einen Code scannt

Modellregion Kreis Warendorf: Wie gut funktioniert die Luca-App?

Von Jonas Wintermantel

Seit zwei Wochen probiert der Kreis Warendorf die “Luca-App” zur Corona-Kontaktverfolgung aus und ist damit Modellregion in NRW. In Münster ist die App seit dieser Woche aktiv. Damit soll die Zettelwirtschaft eine Ende haben. Doch klappt das auch? WDR-Reporter Jonas Wintermantel hat die App ausprobiert.

Die Registrierung in der Luca App ist in wenigen Minuten geschafft, Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail werden eingegeben, eine TAN-Nummer bestätigt die Registrierung - fertig. Ab jetzt können meine Kontaktdaten und meine Besuche im Geschäft verschlüsselt übermittelt werden.

Per Smartphone oder per Schlüsselanhänger

Die App ist sehr schlicht gehalten und hat im Wesentlichen zwei Funktionen: Einen persönlichen QR-Code und -scanner, sowie die “Historie”, mit der die Ladenbesuche samt Aufenthaltsdauer gespeichert werden. Für Menschen ohne Smartphone gibt es alternativ kleine Schlüsselanhänger mit QR-Code.

Kontaktlisten liegen trotzdem aus

In der Warendorfer Innenstadt sucht man nicht lange nach den QR-Codes am Eingang der Geschäfte. Ein Spielwarenladen weist mit ein roten Schild am Eingang auf die Luca-App hin. Daneben liegt ein Kontaktformular, in dem ich mich wie üblich auch per Hand eintragen kann.

Zeit und Ort werden erfasst

Nachdem ich den Code gescannt habe, wird mir der Name des Geschäfts angezeigt und eine Uhr beginnt zu laufen. Ich bin nun eingecheckt und mein Aufenthalt wird in der Historie gespeichert. Mit einem Wisch nach links kann ich mich nach meinem Einkauf selbst wieder auschecken. “Die Kunden sind begeistert”, erklärt mir die Mitarbeiterin. Die meisten würden lieber die App nutzen, als sich in eine Liste einzutragen, einige installieren sie noch direkt vorm Geschäft.

Größtenteils positive Resonanz

Beim Betreten des Schuhladens ein paar Straßen weiter weist mich die Verkäuferin auf die App hin. Auch hier ist man überzeugt und hoffnungsvoll, dass “Luca” einen einigermaßen normalen Geschäftsbetrieb wieder möglich macht. Eine Kundin, die nach mir in den Laden kommt, ist davon bisher nicht überzeugt: “Ich war bisher zu faul und finde so eine App zu kompliziert. Ich komme eben aus einem anderen Zeitalter.” Auch ihre Freundin ist vorsichtig; sie macht sich Sorgen um ihre persönlichen Daten. Beide füllen lieber das Kontaktformular aus.

Schlüsselanhänger funktionieren noch nicht 

Ein Manko: Bisher funktioniert die Kontaktnachverfolgung nur, wenn ich ein Smartphone besitze. Zwar hat der Kreis Warendorf 30 000 Schlüsselanhänger mit QR-Codes für Menschen ohne Handy bestellt, in den Läden ist man dafür aber noch nicht ausgestattet.

Nicht alle Läden machen mit

In der Münsteraner Innenstadt findet man das Angebot der Luca-App bisher nur in einigen kleineren Läden. Die großen Ketten setzen hier meist auf ihre eigenen “Click & Meet”-Angebote, mit denen Termine im Vorhinein gebucht werden können. Ein Mitarbeiter eines großen Bekleidungsgeschäfts verrät mir, dass die Geschäftsleitung ein einheitliches System für das eigene Geschäft bevorzugt. Dabei würden die Kunden auch hier schon seit Tagen gezielt nachfragen, ob sie sich mit der Luca-App registrieren können.

Supermärkte noch nicht dabei

Und auch in Supermärkten und Foto-Läden konnte ich die App bei meinem Versuch nicht benutzen. Dabei würde sich dort der Einsatz ganz besonders anbieten: Schließlich tummeln sich auch h​ier in Stoßzeiten regelmäßig viele Menschen auf engem Raum.

Luca-App für Menschen ohne Smartphone Lokalzeit Münsterland 17.03.2021 02:38 Min. Verfügbar bis 18.03.2022 WDR

Stand: 18.03.2021, 20:01