Mühsamer Weg zurück ins Leben: Reha nach Corona

Corona-Reha 06:12 Min. Verfügbar bis 09.04.2022

Mühsamer Weg zurück ins Leben: Reha nach Corona

Wieder gehen lernen nach einer Covid-Infektion. Das üben die Patienten in der Covid-Früh-Reha im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Eine von fünf Kliniken in ganz Deutschland, die auf Lungen-Früh-Reha spezialisiert ist.

Irene Schäfer ist eine der Patienten, die hier nach einem schweren Verlauf betreut werden. Sie ist 62 Jahre alt, Krankenschwester aus Bad Wildungen. Ohne Sauerstoffzufuhr kann sie noch nicht wieder richtig atmen. Ihre Lunge macht nicht mit. Auch Laufen kann sie noch nicht ohne Rollator.

Die Patientin Irene Schäfer

Irene Schäfer lag über zwei Monate im Koma.

"Ich war zweieinhalb Monate im Koma. Ich hab nichts mitgekriegt. Ich wollte zur Tür raus und dann bin ich zusammengebrochen. Die Feuerwehr hat die Tür eingeschlagen und mich reingeholt", erzählt sie.

"Ich bin froh, dass ich überlebt habe."

Thomas Springborn, Taxifahrer aus Cuxhaven, ist entspannter. Er freut sich, wieder nach Hause zu dürfen - allerdings mit unterstützendem Sauerstoff.

"Eine ganz extrem leichte Steigung ist für mich ein Berg. Da bin ich ganz schnell außer Puste", berichtet Thomas Springborn. "In Cuxhaven beim Spazieren muss ich dann öfter Pause machen, aber das ist mir egal. Ich bin froh, dass ich das überlebt habe."

Vollständige Genesung ist ein langer Weg

Nehbi Ashrafi ist von seiner ursprünglichen Lebensqualität noch weiter entfernt. Der 63-jährige Kölner ist schon seit vier Wochen hier und arbeitet daran, wieder genügend Luft zu bekommen. Die Covid-Infektion hat seine Lungenfunktion stark eingeschränkt.

Der Patient Nehbi Ashrafi

Nehbi Ashrafi hat sich bei einem privaten Treffen infiziert.

Trotz Hilfe reicht seine Kraft nur für gut 20 Meter. Er hatte keine Vorerkrankungen, trotzdem war er neun Wochen auf der Intensivstation. Infiziert hat er sich wahrscheinlich bei Bekannten beim Kaffeetrinken.

Auch die Psyche leidet

Die Reha-Psychologin Anna Leber

Psychologin Anna Leber weiß, wie belastend die Situation für die Patient*innen ist.

Wenn sich eine Covid-Infektion so lange zieht, leidet nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige. Die Situation schlaucht, weiß Anna Leber, Psychologin Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft:

"Wenn jemand nach wochenlanger Zeit an der Beatmungs-Maschine erstmal wieder wach wird, beginnt für den Patienten an sich erstmal der richtig anstrengende schwere Weg. Denn häufig erinnern sich die Patienten gar nicht an die Zeit, haben eben schwere Albträume oder haben Flashbacks."

Stand: 10.04.2021, 11:15