Ense: DGB hilft ausgebeuteten philippinischen Fahrern

Philippinische LKW-Fahrer: Gewerkschaft stellt Strafanzeige 00:49 Min. Verfügbar bis 22.11.2019

Ense: DGB hilft ausgebeuteten philippinischen Fahrern

  • DGB erfasst Arbeitszeiten der Filipinos
  • Für ein bis zwei Euro Stundenlohn gefahren
  • Ermittlungen wegen Menschenhandels und Ausbeutung

Der DGB erfasst die bisherigen Arbeitszeiten der acht philippinischen Lkw-Fahrer, die in Ense gestrandet sind. Das soll es den Männern erleichtern, zu ihrem Recht zu kommen. Die Liste wird an die Staatsanwaltschaft Arnsberg geschickt. Damit will der DGB beweisen, dass die Fahrer Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten konnten und nur ein Drittel des üblichen Lohns erhalten haben.

Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten

Gegen den dänischen Arbeitgeber der Filipinos waren zuvor schon zwei Strafanzeigen gestellt worden. Die Vorwürfe lauten auf Lohnwucher, Menschenhandel und Ausbeutung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Fahrer mussten nach eigenen Aussagen für ein bis zwei Euro Stundenlohn arbeiten. Sie seien genötigt worden, gegen Lenk- und Ruhezeiten zu verstoßen.

Statt im Führerhaus jetzt im Obdachlosenheim

Ihre letzten Fahrten hatten die Männer für eine Spedition in Ense erledigt, die die Filipinos über die dänische Firma gebucht hatte. Seitdem sie aber ihr Recht einfordern, erhalten sie von ihrem Arbeitgeber keine Aufträge mehr. Die Acht haben ihre Bereitschaft signalisiert, weiter zu fahren.

Mit den Aufträgen haben die Filipinos auch ihre Unterkunft verloren, nämlich das Lkw-Führerhaus. Zuvor hatten sie monatelang in den Fahrzeugen gewohnt. Die Gemeinde Ense hat sie inzwischen in Rücksprache mit dem philippinischen Konsulat in einer Obdachlosenunterkunft untergebracht.

Ausbeutung von Lkw-Fahrern Westpol 18.11.2018 UT DGS Verfügbar bis 18.11.2019 WDR

Stand: 27.11.2018, 11:24