Leon Löwentraut eröffnet Ausstellung auf Burg Vischering

Leon Löwentraut auf der Burg Vischering

Leon Löwentraut eröffnet Ausstellung auf Burg Vischering

Von Markus Holtrichter

  • Vernissage mit 20-jährigem Shooting-Star
  • Werke auf Burg Vischering zu sehen
  • Hunderte Besucher stehen Schlange

Mit der Bilderreihe „ZWANZIG“ zeigt der angesagte Nachwuchskünstler Leon Löwentraut seine jüngsten Werke, die er eigens für die Ausstellung auf der Burg Vischering im Münsterland geschaffen hat. Hier sind die bunten Leinwandarbeiten bis zum 11. November zu sehen.

Der Ansturm zur Vernissage ist überwältigend: Hunderte Kunstliebhaber und Löwentraut-Fans drängen sich am späten Sonntagnachmittag (26.08.2018) vor der 750 Jahre alten Burg. Die historische Kulisse trifft nun auf den Jungstar der Deutschen Malkunst.

Löwentraut nimmt sich Zeit für die Fans

Leon Löwentraut vor einem seiner Bilder

Löwentraut vor einem seiner Bilder in der Ausstellung

Der fährt mit seinem Vater Jörg in grünem Käfer vor, kommt so aber nicht wie geplant direkt bis zum Roten Teppich durch, sondern muss die letzten Meter zu Fuß gehen. Aber: So wie er es liebt: Mit Kontakt zu den Menschen. Leon Löwentraut genießt seinen Auftritt, den er selbst inszeniert hat.

Er führt die Schar seiner mutmaßlichen Jünger in die Vorburg, den Ort der Ausstellung. "Krass, wie viele Leute!", sagt der 20-Jährige ungläubig blickend und besorgt sich erstmal ein Wasser. Schnell bildet sich eine Menschentraube um ihn. Er nimmt sich Zeit, schreibt Autogramme und ist offen für persönliche Gespräche.

Nachts dröhnt laute Rap-Musik durchs Atelier

Hier erklärt der Düsseldorfer, wie seine Werke entstehen: In der Regel nachts, allein, wenn das Handy ausgeschaltet ist und laute Rap-Musik durch sein Atelier dröhnt: "Mein Kopf ist vollgestopft mit so vielen Dingen, die muss ich dann erstmal sortieren."

Er widmet sich mit voller Energie neuen Ideen, schafft Figurenkompositionen, indem er oft die Farbe aus der Tube direkt auf die Leinwand drückt. Die Vernissage wird nun zur Geduldsprobe. Nur etwa die Hälfte der Gäste hat es in die prall gefüllte, sich schnell aufheizende Vorburg geschafft.

Bilderreihe "ZWANZIG" - großer Ansturm bei Löwentraut-Vernissage

Lange Schlangen vor der Burg Vischering, große Kunst in den Ausstellungsräumen: Leon Löwentraut zeigt seine Bilderreihe "ZWANZIG".

Leon Löwentraut auf der Burg Vischering

Der Titel der Ausstellung "ZWANZIG" ist nicht nur an das Alter des Düsseldorfers angelehnt. 20 ist auch die Zahl der Werke, die Löwentraut für diese Ausstellung geschaffen hat.

Der Titel der Ausstellung "ZWANZIG" ist nicht nur an das Alter des Düsseldorfers angelehnt. 20 ist auch die Zahl der Werke, die Löwentraut für diese Ausstellung geschaffen hat.

Bereits im Alter von sieben Jahren begann Leon Löwentraut mit der Malerei, seit vier Jahren ist das Hobby auch sein Beruf.

"Different Minds": In dieser Serie setzt der Künstler sich mit den "zwei Gesichtern" des Menschen auseinander.

Die Kulturreferentin des Kreises Coesfeld, Swenja Janning, hat die Ausstellung gemeinsam mit Löwentraut vorbereitet. Hier das Werk "Blind date 2018".

Vater Jörg Löwentraut chauffierte seinen Sohn Leon zur Vernissage mit einem Käfer in das Innere der Burg.

Auch wenn der 20-Jährige den großen Auftritt liebt: Mit so einem Ansturm hatte er zur Ausstellungseröffnung nicht gerechnet. Mit Vater Jörg und Hausherr und Landrat Christian Schulze Pellengahr ging es über den Roten Teppich.

Die teils von weither angereisten Besucher nutzten die Chance, Autogramme und Widmungen des Nachwuchskünstlers zu ergattern.

Kein gutes Haar ließ Leon Löwentraut bei seiner Ansprache an Online-Diensten wie Instagram, wo seiner Ansicht nach meist "Scheiß" und eben keine Kunst gezeigt wird.

Mehrere Hundert Menschen zwängten sich in die Vorburg der Burg Vischering. Draußen standen nochmal genauso viele, hier wurde die Ansprache Löwentrauts per Lautsprecher übertragen.

Das schnelle Foto vom Künstler selbst war für viele Besucher ein Muss.

Die rund 750 Jahre alte Burg Vischering wird vom Kreis Coesfeld für Kunst und Kultur sowie als Lernort genutzt. Zuletzt wurde sie aufwändig saniert.

Die einleitenden Reden ziehen sich. Papa Jörg ruft die Menge mehrfach zur Ruhe. Dann endlich tritt der Star des Abends ans Rednerpult, räumt hier erstmal mit "dieser ganzen Instagram-Scheiße" auf und hält ein Plädoyer für "wahre Künste" – Applaus brandet auf.

Erstaunlich hohe Summen für seine Werke

Picasso, Matisse und Basquiat – von diesen herausragenden Künstlern sieht sich Leon Löwentraut inspiriert. Die Werke des jungen Düsseldorfers wechseln bereits zu erstaunlich hohen Summen den Besitzer: Mehrere Zehntausend Euro sind Menschen bereit, ihm zu bezahlen.

Denn "Löwentrauts" gelten bereits als Raritäten, sind schnell vergriffen. Und der 20-Jährige tut alles dafür, dass es so bleibt.

Stand: 26.08.2018, 19:53