Warstein: Verordnung gegen Legionellen-Ausbrüche

Becken der Warsteiner Kläranlage

Warstein: Verordnung gegen Legionellen-Ausbrüche

Die Bundesregierung hat auf den Legionellen-Ausbruch 2013 in Warstein reagiert. Eine am Mittwoch (23.03.2017) verabschiedete Verordnung soll ermöglichen, dass Infektionsquellen rasch gefunden werden.

In der Verordnung wird festgelegt, dass große Kühlanlagen genauer kontrolliert werden. Eine Kühlanlage war maßgeblich an dem Legionellen-Ausbruch im August und September 2013 beteiligt, bei dem in Warstein zwei Menschen starben und mehr als 160 erkrankten.

Registrierungs-Pflicht für Kühlanlagen

Die Kühlanlagen müssen künftig registriert werden, damit sie im Notfall schnell gefunden werden können. In Warstein musste ein Experten-Team 2013 von Firma zu Firma ziehen, um die Quelle der Infektionswelle zu finden. Kostbare Zeit ging dabei verloren. Eher zufällig fand das Team schließlich die stark mit den Erregern verseuchte Anlage.

Dank der Registrierung soll das künftig schneller gehen. Wenn der Bundesrat zustimmt, kann die Verordnung noch 2017 in Kraft treten.

Von der Kläranlage übers Flusswasser in die Luft

Legionellen

Legionellen

Genau konnte der Weg nie geklärt werden, auf dem die Legionellen in die Warsteiner Atemluft gelangt und von vielen Menschen eingeatmet worden waren. Vermutlich gelangten die Erreger aus einer Vorkläranlage der Warsteiner Brauerei durch einen Abwasserkanal und die kommunale Kläranlage in einen Flusslauf. Und mit dem Flusswasser wurde dann die Kühlanlage betrieben.

Legionellen sind Stäbchen-Bakterien und Verursacher der Legionärskrankheit. Deren Symptome sind Brust- und Bauchschmerzen, Erbrechen und Lungenentzündung.

Stand: 23.03.2017, 07:48