Tote durch Legionellen in Bielefeld

Legionellen in Petrischale

Tote durch Legionellen in Bielefeld

  • Seniorenheim in Bielefeld betroffen
  • Eine Mitarbeiterin und ein Bewohner gestorben
  • Mitarbeiter erheben Vorwürfe

In einem Bielefelder Seniorenzentrum sind offenbar zwei Menschen an Legionellen gestorben. Das Gesundheitsamt der Stadt bestätigte inzwischen, dass ein Bewohner und eine Mitarbeiterin des von der Arbeiterwohlfahrt geleiteten Heims verstorben sind.

Die AWO spricht in einer Stellungnahme, die dem WDR vorliegt, bisher nur von einer Mitarbeiterin, die an der Legionärskrankheit verstorben sei. Bei einem Bewohner, der in der betreffenden Zeit ebenfalls starb, sei unklar, ob es eine Verbindung gebe. Eine weitere Mitarbeiterin sei erkrankt, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung.

Mit anonymen Schreiben an die Öffentlichkeit gegangen

Wie die Zeitung "Neue Westfälische" am Mittwoch (28.08.2019) berichtet, gingen Mitarbeiter des Seniorenheims an die Öffentlichkeit. In zwei anonymen Schreiben erheben sie schwere Vorwürfe gegen die Leitung. Die Maßnahmen des Heims seien unzureichend. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Belastung seit April bekannt

Bereits im April war eine erhöhte Konzentration der Bakterien im Wasser entdeckt worden. Die AWO hatte daraufhin das Gesundheitsamt verständigt. Der Leiter des Amts, Peter Schmid, ist überzeugt, dass der Tod der Menschen vermeidbar gewesen wäre, wenn Filter in die Duschen eingebaut worden wären. "Aber das ist kein standardmäßiges Vorgehen. Auch bei Turnhallen oder Krankenhäusern fordern wir das nicht, und das ist nicht Teil der technischen Maßgaben oder der Fachvorgaben, die wir beachten", so Schmid.

Legionellen-Bakterien vermehren sich in warmem Wasser. Die sogenannte Legionärskrankheit verläuft ähnlich wie eine Lungenentzündung. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Senioren und Raucher. Männer erkranken häufiger als Frauen, Kinder sind nur selten betroffen, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Stand: 28.08.2019, 13:35