Geldstrafen gegen Ex-Führungstrio des Landgestüts

Ein Schild mit der Aufschrift Amtsgericht vor einem Gebäude

Geldstrafen gegen Ex-Führungstrio des Landgestüts

  • Geldstrafen von 3300 bis 6400 Euro
  • Vorteilsnahme durch Flugreisen und Hotels
  • Angeklagte wollen in Berufung gehen

Das Amtsgericht Warendorf hat am Freitag (22.02.2019) ein ehemaliges Führungstrio des NRW-Landgestüts wegen gemeinschaftlicher Vorteilsnahme zu Geldstrafen zwischen 3300 und 6400 Euro verurteilt. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Geldstrafen zwischen 7.200 und knapp 11.000 Euro gefordert hatte.

Unerlaubte Nebentätigkeiten

Die drei früheren Führungskräfte hätten ihre Stellung für unerlaubte Nebentätigkeiten ausgenutzt und Tätigkeiten verquickt, so das Gericht. Im Kern geht es um Einladungen mit Ehepartnern zu zwei Reitturnieren nach Katar und um Nebengeschäfte mit einer von den Angeklagten gegründeten Privatgesellschaft. Schon die Gründung dieser Gesellschaft "erwecke nach außen den Anschein der Käuflichkeit", begründete das Gericht. Die Ehepartner in diese Reisen einzuschließen sei "nicht sozial angemessen für Landesbedienstete". Die ehemalige Führungsriege um die ehemalige Gestütsleiterin hatte im Prozess jede Schuld von sich gewiesen.

Angeklagte wollen in Berufung gehen

Landesgestüt Warendorf

Laut Gericht sei die Gründung der Privatgesellschaft außerdem ohne Wissen des zuständigen NRW-Umweltministeriums erfolgt. Die Landesbediensteten hatten im Prozess hingegen betont: Der Kontakt zum Wüstenemirat sei gewünscht gewesen und die Privatgeschäfte seien nicht ausdrücklich verboten worden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe waren die Angeklagten bereits 2017 vom Land entlassen worden. Alle drei Angeklagte haben bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Stand: 22.02.2019, 12:07