Laien im Münsterland enttäuscht über Papst-Papier

Papst Franziskus steht am 17.05.2017 auf dem Petersplatz im Vatikan (Italien) während seiner wöchentlichen Audienz. (Rückenansicht vor schwarzem Hintergrund)

Laien im Münsterland enttäuscht über Papst-Papier

  • Vatikan-Instruktion "weltfremd"
  • Schlag ins Gesicht der Laien
  • Laut Bistum keine Neuerung

Die katholischen Laien im Münsterland ärgern sich über die Vatikan-Instruktion zur Zukunft der Pfarrgemeinden. Nach dem Schreiben sollen Laien keine Gemeinden mehr leiten.

Kirchenreform so nicht möglich

Ein Mann vor einem Plakataufsteller

Der Priester Michael Prinz hält die Instruktion nicht für zukunftsfähig

Der Priester Michael Prinz von der KAB Münster hat kein Verständnis für die Position des Vatikan. Er bezeichnete die Forderung aus Rom, den Priestern die alleinige Verantwortung der Gemeinden zu überlassen, zusätzlich zu den vielen anderen wachsenden Aufgaben, als "weltfremd". Er wünscht sich, dass Rom erkennt, dass "auch Laien verantwortungsvoll leiten können und die Kirche vielleicht wesentlich besser reformieren können als wir Priester."

Denn Priester hätten zudem das Vertrauen der Gläubigen durch den Missbrauchsskandal verspielt. Laien genössen Ansehen in der Gemeinde. Sie engagierten sich in vielen Bereichen der katholischen Kirche. Das Papst-Papier würde sie vor den Kopf schlagen und demotivieren, so Prinz.

Zu wenige Priester für alle Aufgaben

Ähnlich beurteilt das Papier der Pastoralreferent Werner Heckmann aus Saerbeck. Er hat im Juli als erster Laie in der Region die pastorale Leitung einer Pfarrei im Bistum Münster übernommen, nämlich der Gemeinde St. Georg. Grund dafür war Personalmangel. Er hält deshalb die Instruktionen für nicht zukunftsfähig. Es müsse viel mehr Priester geben, wenn sie alle Gemeinden selbst in vollem Umfang leiten sollten.

Laien als Pfarrer Lokalzeit Münsterland 22.07.2020 02:26 Min. Verfügbar bis 23.07.2021 WDR Von Christian Schweitzer

Bistum: Vatikan-Brief bringt keine Veränderung

Der Sprecher des Bistums Münster, Stephan Kronenburg, hält die Aufregung für übertrieben. Die Vatikan-Instruktion ändere nichts an der bisherigen Praxis. Alle Modelle, die hier praktiziert würden, gingen konform mit dem Vatikan. Auch das Modell aus Saerbeck, wo Werner Heckmann als Laie die praktische Leitung der Gemeinde übernommen habe. Denn ihm überstellt sei weiterhin ein Priester. Auch wenn der kaum Zeit für dieses Amt habe und deshalb die Tätigkeiten, die keine Weihe erforderten, seinem Pastoralreferenten überlasse.

Katholiken gehen Synodalen Weg

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Missbrauch: Laien misstrauen Bischöfen

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Stand: 22.07.2020, 20:02