Ein Schnellzug verschwindet ins Nichts

Umweltverbände: Bahn "nicht ergebnisoffen" bei Hochgeschwindigkeits-Trasse Bielefeld - Hannover

Stand: 01.12.2021, 21:23 Uhr

In der Diskussion um die Pläne zu einer ICE-Hochgeschwingkeitsstrecke zwischen Bielefeld und Hannover haben Umweltverbände der Bahn mangelde Ergebnisoffenheit vorgeworfen. Das Unternehmen halte an einem Neubau der Strecke fest, statt die bereits bestehende auszubauen, teilten sie am Mittwoch mit.

Die Deutsche Bahn habe einen offenen Dialog mit Bürgern, Anwohnern und Umweltverbänden versprochen; das Ergebnis der zahllosen Workshops und Gespräche bezeichneten die Umweltverbände aber als "ernüchternd". Die Planung der Strecke läuft seit rund einem Jahr.

Hochgeschwindigkeit nur auf Trassen-Neubau möglich

Ein Grundproblem sei die Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern, die die Züge auf der Trasse erreichen sollen, um die geplante Fahrzeitverkürzung von 31 Minuten zwischen Bielefeld und Hannover zu gewährleisten.

Diese Vorgaben machten "eine kompletten Neubaustrecke zwingend notwendig", kritisierten der Naturschutzbund Minden-Lübbecke, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Bielefeld und der Naturschutzverband Niedersachsen unisono: Eine solche neue Betontrasse sei aber "mit dem Natur- und Landschaftsschutz unvereinbar".

Umweltverbände: Lieber bisherige Strecke ausbauen

Auch mit geringerer Zuggeschwingigkeit sei schon eine deutliche Verringerung der Fahrzeit zwischen Bielefeld und Hannover möglich, argumentieren die Umweltverbände; dafür könne die bereits bestehende Trasse aus- statt neugebaut werden.

Vorwurf: Öffentlichkeitbeteiligung "nicht auf Augenhöhe"

Unzufrieden sind die Umweltorganisationen und -verbände auch mit der Beteiligung der Öffentlichkeit und mit der Kommunikation; so habe weder das Bundesverkehrsministerium bislang einen schriftlichen Planungsauftrag vorgelegt - beklagen sie - noch habe die Bahn zu den bisherigen Regionaltreffen Naturschutzverbände und Vertreterinnen und Vertreter der Land- und Wasserwirtschaft eingeladen. Die Umweltverbände haben Politik und Bahn aufgefordert, die Planungen zu überdenken.