Jäger erschießt Hund in Kreuztal

Jäger erschießt in Kreuztal Hund 02:35 Min. Verfügbar bis 19.02.2020

Jäger erschießt Hund in Kreuztal

Von Mike Külpmann

  • Australien Shepherd soll Reh gehetzt haben
  • Abschuss von wildernden Hunden erlaubt
  • Tötung aber nur als letztes Mittel

Einen Spaziergang mit tragischem Ausgang erleben Kim Berg und ihr Freund Thorsten Knauth aus Kreuztal. Sie sind mit mehreren Hunden in der Natur unterwegs, als Australian Shepherd-Hündin Leni Reißaus nimmt. Sie ist nicht angeleint und entfernt sich für eine gewisse Zeit aus dem Blickfeld ihrer Besitzerin. Was dann genau geschieht, ist unklar.

Reh schwer verletzt?

Das Reh

Das verletzte Reh

Nach Angaben des Revierjägers sei das Tier in ein Waldstück gelaufen und habe ein Reh gehetzt und verletzt. In dieser Situation habe der Jäger Hund und Reh vorgefunden und zur Waffe gegriffen. "Ich musste so handeln", sagt der Jäger dem WDR. Der Hund habe das Reh gebissen, ihm sogar ein Bein ausgerissen.

Diese Schilderung bestreitet Kim Berg. Der Hund habe kein Blut an sich gehabt, und auch das Reh habe keine frischen Wunden aufgewiesen. Sie wirft dem Jäger vorschnelles Handeln vor: "Er muss uns rufen gehört haben und hätte erst mal versuchen müssen, den Hund zu vertreiben oder zu fangen."

Abschuss wildernder Hunde erlaubt, aber...

Juristisch bewegt sich der Fall in einer Grauzone. Einerseits ist der Jäger laut Landesjagdgesetz für den Schutz des Wildes verantwortlich und ist befugt, "Hunde außerhalb der Einwirkung ihrer Führerin abzuschießen, wenn diese Wild töten oder erkennbar hetzen und in der Lage sind, das Wild zu beißen oder zu reißen".

Besitzer des erschossenen Hundes

Kim Berg und Thorsten Knauth

Es folgt jedoch die Einschränkung, dass zuerst andere "mildere und zumutbare Maßnahmen (...), insbesondere das Einfangen des Hundes", versucht werden müssen.

Aus Sicht von Kim Berg und Thorsten Knauth ist das nicht geschehen. Sie haben Anzeige bei der Polizei und der Unteren Jagdbehörde erstattet.

Hund muss auf den Wegen bleiben

Solche Vorfälle ereignen sich nach Auskunft von Marcus Freudeberg von der Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein immer wieder. Er betont, dass der Abschuss eines Hundes nur als letztes Mittel eingesetzt werden sollte.

Das Ableinen eines Hundes außerhalb der Ortschaft sei grundsätzlich erlaubt, so Freudeberg. Allerdings müsse das Tier auf den Wegen bleiben und immer unter der Kontrolle seines Besitzers.

Stand: 19.02.2019, 18:11