Maskenpflicht: Haben 16 Ärzte aus dem Kreis Paderborn falsche Atteste ausgestellt?

Eine Maske liegt auf dem Boden

Maskenpflicht: Haben 16 Ärzte aus dem Kreis Paderborn falsche Atteste ausgestellt?

Die Staatsanwaltschaft im Kreis Paderborn ermittelt gegen 16 Ärztinnen und Ärzte. Sie sollen Atteste für Teilnehmer an Corona-Demonstrationen falsch ausgestellt haben.

Aktuell laufen laut Staatsanwaltschaft 20 Ermittlungsverfahren.

Vergangenes Jahr hatten in Paderborn immer wieder Gegner von Corona-Maßnahmen protestiert - oft auch ohne Mund-Nasen-Schutz. Bei Kontrollen sollen Teilnehmer ärztliche Atteste vorgelegt haben, die sie aus angeblichen gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreiten.

Polizei und Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt

Die Beamten beschlagnahmten einige dieser Atteste bei den Demonstrationen. Nach Angaben der Polizei und Staatsanwaltschaft sollen solche Gesundheitszeugnisse aber immer wieder falsch ausgestellt wordsen sein - was eine Straftat wäre.

Gegen mehrere Mediziner*innen aus dem Kreis Paderborn wird deshalb seit einigen Wochen ermittelt. Manche hatten ihre Patienten über soziale Medien aufgefordert, die Atteste nicht mehr zu nutzen, um so einer möglichen Strafe zu entgegehen.

Ärztekammer verurteilt Verhalten

Der Vorsitzende der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fand gegenüber dem WDR klare Worte: "Das ist nach Ansicht der Bundesärztekammer kein Kavaliersdelikt. Es gehört zur ärztlichen Sorgfaltspflicht, dass ein Attest nur dann ausgestellt wird, wenn ein Patient untersucht worden ist und eine Erkrankung vorliegt, die es rechtfertigt, festzustellen, das dass Tragen einer Maske nicht mit dem Gesundheitszustand des Patienten zu vereinbaren ist."

Die Ärztekammer könnte ein eigenes Verfahren eröffnen und der Bezirksregierung beispielsweise des Entzug der Approbation empfehlen.

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Stand: 05.03.2021, 11:14