Klage im Kopftuch-Streit abgelehnt

Eine Frau mit Kopftuch schreibt im Schulungsraum an der Tafel

Klage im Kopftuch-Streit abgelehnt

  • Kein Geld für zwei kopftuchtragende Lehrerinnen
  • Keine Rechtsgrundlage für Entschädigung
  • Revision nicht zugelassen

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Klage zweier kopftuchtragender Lehrerinnen abgelehnt, die nicht eingestellt oder verbeamtet wurden. Sie erhalten keine Entschädigung.

Prozess um Kopftuchverbot

WDR Studios NRW 07.10.2019 00:46 Min. Verfügbar bis 07.10.2020 WDR Online

Benachteiligung nicht nachgewiesen

In der Begründung heißt es, es gebe keine Indizien, die darauf hinweisen, dass eine der beiden Klägerinnen aus Köln wegen ihres Kopftuchs nicht eingestellt wurde. Gründe seien etwa ihre Examensnote oder die Ergebnisse von Auswahlverfahren gewesen. Es sei nicht festzustellen, ob dem Land Nordrhein-Westfalen als Dienstherr überhaupt bekannt war, dass die Frau ein Kopftuch trägt.

Gleichbehandlungsgesetz später in Kraft getreten

Die zweite Lehrerin aus Marburg berief sich in ihrer Klage auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das im Jahr 2006 in Kraft trat. Da sie aber schon lange zuvor als Beamtin abgelehnt worden war, habe sie keinen Anspruch auf Entschädigung, urteilte das Gericht.

Eine Revision hat der Senat abgelehnt. Dagegen kann allerdings Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden.

Lehrerinnen mit Kopftuch: Land muss keine Entschädigung zahlen Lokalzeit Münsterland 07.10.2019 Verfügbar bis 14.10.2019 WDR Von Andreas Lorek

Stand: 07.10.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

22 Kommentare

  • 22 Siegrid 08.10.2019, 11:15 Uhr

    Ich empfehle zwecks Information und Bildung die Autobiographie von Frau Jeda Sadat zu lesen: "Ich bin eine Frau aus Ägypten". Gibt es bestimmt noch im Antiquariat. Hochinteressant.

  • 21 Alfred Neu 08.10.2019, 07:30 Uhr

    Der französische Code Civil stellt ein Meilenstein in der Entwicklung der Menschheit dar. Absolute Trennung von Kirche und Staat; keine Unterstützung Des Kirche durch den Staat; glaube und Religion sind absolute Privatsache. Nur das schafft gesellschaftlichen Frieden. In der Freizeit darf geglaubt, geweißsagt, die Geister beschwört oder auf den Nikolaus gewartet werden. Schule muss hier ganz klar sein: die westliche Welt steht zu den weiten der Aufklärung und der Trennung von Kirche und Staat. Alles andere führt zu Religionskriegen, wir was Europa im 16. Jh. und die arabische Welt in den letzten Jahrzehnten zerstört. Eine gute Entscheidung!

    Antworten (1)
    • Colonia 08.10.2019, 10:21 Uhr

      Sie sollten vielleicht doch mal Ihre Rechtschreibkenntnisse auffrischen! Dann käme ein solcher Kommentar besser zur Geltung! Bitte betrachten Sie das als konstruktive Kritik.

  • 20 Minderheiten 08.10.2019, 07:06 Uhr

    Ich hoffe man entzieht euch die Meinungsfreiheit. Wenn man hört wie dumm euer Gerede ist verdummt man selber. In einem angeblich demokratischen Land soll die angebliche Religionsfreiheit herrschen. Das einzige was hier herrscht ist nazihafter Islamhass. Die Deutschen sind schon immer ein Volk gewesen, die sich zum einen gegenseitig hassen und Menschen, die anders sind nicht leiden können. Wenn ihr euch irgendwann ändern solltet fresse ich einen Esel.

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    • Atze 08.10.2019, 10:18 Uhr

      Zu der Bemerkung- "nazihafter Islamhass" eine Anmerkung aus der Geschichte des 3. Reiches. Das NS-Regime ließ Hunderttausende muslimische Rekruten für Deutschland kämpfen. Der Reichsführer SS Heinrich Himmler schwärmte für die weltanschauliche Verbundenheit zwischen Nationalsozialismus und dem Islam. Auch mal nachlesen, welche Rolle Handschar spielte. Bei aller Aufgeregtheit, Minderheiten, hier hat niemand etwas gegen Religionen. Aber ich bin immer für ein ruhiges miteinander. Hier muss niemand mit Waffen hantieren, nur weil eine Hochzeit stattfindet.

    • Hakan 08.10.2019, 12:01 Uhr

      Wenn Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier? Ist es die Freiheit, die Demokratie, die Meinungsfreiheit, die Redefreiheit, die Religionsfreiheit, die Emanzipation oder doch der Euro ??

  • 19 Atze 08.10.2019, 06:32 Uhr

    Ein Bekannter, ehemaliger christlicher Pastor in Istanbul berichtet davon, dass er in der Öffentlichkeit kein Kreuz tragen würde. Selbst nicht als Sticker am Revers. Er würde dann überall angefeindet oder mit üblen Bemerkungen versehen. An seinem Wohnhaus könnte er kein Kreuz anbringen, dass würde über Nacht abgerissen. Auch das ist eine Form von Toleranz gegenüber andersgläubigen.

  • 18 Ali Musa 08.10.2019, 01:22 Uhr

    Das Kopftuch ist einfach nur ... . Die Frauen die es tragen und dann auch noch "Akademiker" sind, ...einfach nur peinlich. Ich würde mein Kind nicht von einer Nonne unterrichten lassen und genauso wenig von einer Kopftuchfrau, die sich moralisch für überlegen hält aber in Wahrheit einer uralten riesigen Sekte angehört und das einfach nicht checkt.

  • 17 Axel 07.10.2019, 23:57 Uhr

    Tzz... Ich habe nichts gegen Menschen aus anderen Ländern. Aber ein bisschen an die hiesige Kultur sollten sie sich dennoch anpassen, wenn sie hier leben. Das ist eine Frage des Respekts.

  • 16 Evangelisch und Weltoffen 07.10.2019, 22:15 Uhr

    Wenn jemand nach außen seine Religion zeigt, in dem Bewusstsein deswegen auch diskrimiert zu werden, verdient, in diesem Fall die zwei Lehrerinnen, meinen tiefsten Respekt und Anerkennung! Wir müssen tolerant und in Frieden miteinander umgehen!!!

  • 15 Thomas Lichtenberg 07.10.2019, 21:36 Uhr

    Ich kann die Meinung von Linux bestätigen. Habe mich im letzten Jahr fast ein halbes Jahr an der türkischen Agais von Bodrum bis nach Alanya bewegt. Habe ungefähr 100 Frauen mit Kopftuch gesehen. Daher meine ich dieses hier in Deutschland soll nur proviziert werden. Selbst die türkischen Landsleute sagen mir als Sozialdemokrat bitte lasst unsere Landsleute in Deutschland. Das sagt doch alles.

  • 14 Maria 07.10.2019, 21:24 Uhr

    Ich bin gegen das Kopftuch an Schulen und in Geschäften wir leben in Deutschland und müssen uns nicht alles gefallen lassen

  • 13 Fatem 07.10.2019, 17:34 Uhr

    Teilweise sind diese religioesen Symbole pure Provokation um in einem demokratischen Rechtsstaat die Religonsfreiheit ad absurdum zu fuehren - oder? Ausserdem wird unsere Toleranz (von anderen intoleranten Religionen) bewusst missverstaendlich ausgelegt und die geltenden Gesetze (fuer Alle) missachtet. Im Uebrigen ist es laecherlich, wenn der Vergleich mit einer konfessionell gefuehrten Schule staendig zitiert wird, wo u. a. Nonnen unterrichten ( es ist schliesslich ihre normale "(Arbeits)-kleidung")!?

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    • Siegrid 07.10.2019, 18:41 Uhr

      Und das einfache Kopftuch? Das Kopftuch ist politische Mode. Ein Zeichen, um Identität, Zugehörigkeit beziehungsweise Abgrenzung zu demonstrieren. Aber die Tracht der Nonnen, oder die Hüte und Schläfenlocken frommer Juden drücken doch etwas Ähnliches aus? Nein, die Nonne oder der fromme Jude demonstrieren ihre persönliche Beziehung zu Gott. Sie bleiben dabei gleichberechtigte Bürger. Tschador und im abgeschwächten Maße auch Kopftuch sind ein Bekenntnis zu ganz bestimmten Machtverhältnissen im Diesseits. Die islamische Frau verhüllt sich für den Mann, der ihr Herrscher und Beschützer ist – und nicht für Gott. Sie zeigt damit, dass sie die Ehre ihres Mannes ist. Das klingt alles ein bisschen sehr strikt. Welche Möglichkeiten bleiben den Muslimen dann noch als Ausdruck ihrer Kultur? Gelebter Glaube kann sich nicht in öffentlichen Demonstrationen erschöpfen, sondern muss als gelebte Kultur die Menschen bereichern und sollte nicht Mittel der Abgrenzung sein

  • 12 Werner 07.10.2019, 16:55 Uhr

    Bin sicher, das ist noch nicht das Ende, dann schickt er eben noch mehr Flüchtlinge nach Griechenland, so werden eines nicht mehr fernen Tages, nur noch Kopftuchtragende verbeamtete Lehrerinnen hier unterrichten.