Ko-Dorf statt Kuhdorf in Südwestfalen

Ko-Dörfer: Chance für Südwestfalen? 02:35 Min. Verfügbar bis 12.03.2020

Ko-Dorf statt Kuhdorf in Südwestfalen

Von Mike Külpmann

  • Berliner Projektplaner will IT-Fachkräfte nach Südwestfalen holen
  • Eigenes Dorf mit schnellem Internet
  • Viele Kommunen zeigen Interesse

Auch IT-Fachkräfte mögen Geselligkeit. Davon ist Frederik Fischer aus Berlin überzeugt. Der Journalist hat das Konzept des "Ko-Dorfs" entwickelt und will die Idee auch in Südwestfalen umsetzen. Am Dienstag (12.03.2019) besichtigt er gemeinsam mit Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau mögliche Grundstücke.

"Coworking" im Kuhdorf

Im "Ko-Dorf" sollen auf circa zwei Hektar Fläche rund 50 komfortable Holzhütten entstehen, alle ausgestattet mit schnellen Internetanschlüssen. Dort könnten IT-ler wohnen, die keine Lust mehr auf Großstadt haben. Dazu kommen Gemeinschaftshäuser für Gastronomie, Kino oder Seminarräume – fertig ist das "Silicon Valley" im Grünen.

Der ungewöhnliche Name ist eine eingedeutschte Variante des Begriffs "Coworking", soll aber auch auf das ganz ähnlich klingende "Kuhdorf" anspielen.

Es zählen Entschleunigung, Authentizität, Lebensqualität

Ko-Dorf Erndtebrück Innenraum

So könnte ein Haus im Ko-Dorf von innen aussehen

Doch warum sollten solche Experten nach Erndtebrück oder Altena ziehen wollen? "Weil die Großstadt für viele ihren Reiz verloren hat", glaubt Frederik Fischer. Entschleunigung, Authentizität, Lebensqualität – das seien die neuen Leitlinien, und die ließen sich eher im Sauerland als in Berlin finden.

Auf die Idee des 37-Jährigen sind die Macher der Südwestfalen-Agentur aufmerksam geworden. Sie suchen Projekte für die "Regionale 2025". Erste Gespräche mit Frederik Fischer seien vielversprechend gewesen.

Fachkräfte auf dem Land sind nötig

Auch Bürgermeister Henning Gronau aus Erndtebrück ist von der Idee begeistert. Ihn trifft Frederik Fischer als ersten Kommunalvertreter – weitere sollen folgen. Henning Gronau hofft nicht nur den Einwohnerschwund Erndtebrücks zu stoppen, sondern auch die dringend benötigten Fachkräfte in die Region zu holen.

Einige Kommunen zeigen Interesse

Rund 100.000 Euro soll ein Haus im Ko-Dorf kosten, die Gemeinschaftsräume werden genossenschaftlich finanziert. Das Interesse in der Region ist groß: Nach Erndtebrück stellt Frederik Fischer seine Pläne in Altena, Meschede und Sundern vor. Läuft alles optimal, könnte schon im kommenden Jahr gebaut werden.

Kodorf Erndtebrück

00:32 Min. Verfügbar bis 12.03.2020

Stand: 12.03.2019, 10:50

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