Livestream von der Intensivstation: "Ein Beruf der viel Freude bringt"

Klinikum Bielefeld

Livestream von der Intensivstation: "Ein Beruf der viel Freude bringt"

Intensivpflegekräfte des Städtischen Klinikums Bielefeld haben sich am Donnerstagabend in einem Livestream in den sozialen Medien vorgestellt.

Im Rahmen der Instagram-Reihe "Auf Station" gingen die Pflegekräfte der Intensivstation live. Auf dem Kanal des Klinikums Bielefeld berichten sie über ihre Arbeit und Belastungen in der Corona-Krise.

Pflegekräfte beantworteten live Fragen

Pfleger des Klinikums Bielefeld beantworten in einem Livestream Fragen

Drei Pfleger, die seit vielen Jahren auf der Intensivstation arbeiten, stellten sich den Fragen der Live-Zuschauer. Dabei ging es um ihren Beruf, ihre aktuelle Situation, ihre Sorgen und Wünsche.

"Wir haben immer das Gefühl, etwas zu leisten"

Viele Fragen kamen zur starken Arbeitsbelastung der Intensivpflegekräfte während der Corona-Pandemie. "Es ist momentan eine harte Zeit, aber wir stehen sie aufgrund grandioser Teams extrem gut durch", berichten sie. "Dass wir das seit einem Jahr so durchhalten, liegt einfach an der Grundeinstellung, die Pflegekräfte mitbringen." Durch Corona sei die Zahl der Überstunden stark angestiegen, erzählt Kilian Heinze. Trotzdem habe man, "immer das Gefühl, etwas zu leisten", ergänzt Michael Keil. "Unsere Arbeit hat einen Sinn."

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Welche Corona-Patienten liegen auf den Intensivstationen?

Viele Fragen kamen aber auch zu den Covid-Patienten. Dazu erklärte der Bereichsleiter der Intensivstationen Kilian Heinze, dass es sich bei den meisten Corona-Patienten des Klinikums Bielefeld um Menschen mit Vorerkrankungen handele.

Erleichterung durch Schnelltests

Eine große Erleichterung hätten die Schnelltests gebracht: "Früher wurde jeder eingehende Notfall wie ein potenzieller Corona-Infizierter behandelt, da war der Arbeitsaufwand sehr hoch."

Pflegekräfte hadern mit ihrem Beruf

Laut einer Umfrage überlegten knapp ein Drittel der Pflegekräfte, ihren Pflegeberuf aufzugeben. Einige Experten fürchten, dass es eine Kündigungswelle geben könnte.

Ein Thema, dass auch die Pfleger im Live-Video beschäftigt. Auf die Frage, warum sie immer noch dabei sein, antwortet Michael Keil:"Es ist ein Beruf der extrem viel Freude bringt . Man hat jeden Tag kleine und große Erfolgserlebnisse. Man geht nach Hause und hat immer noch das Gefuhl, dass man jeden Tag irgendetwas für einen Menschen verbessert hat."

Lage der Intensivstationen in OWL

Zur Zeit nimmt die Zahl der freien Betten in OWL weiter ab. Hintergrund ist, dass immer mehr Menschen schwer an Covid-19 erkranken. Es gebe drei freie Intensivbetten im Kreis Lippe, nur fünf im Kreis Höxter (Stand 15.04.21) . Die Zahlen scheinen dramatisch, doch die Krankenhäuser warnen davor, in Panik zu verfallen. Man könne weitere Intensivbetten bereitstellen, sagt das Klinikum Lippe.

In der Region sind derzeit weniger als 20 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Die übrigen werden für die normalen Notfallpatienten benötigt. An die Grenzen stoße man aber beim Personal. Das sei seit mehr als einem Jahr sehr hoch belastet, heißt es auch aus den Mindener Mühlenkreiskliniken.

Stand: 15.04.2021, 20:54