Kitaplätze in NRW – arme Kinder oft schlecht versorgt

Symbolbild Kinderarmut

Kitaplätze in NRW – arme Kinder oft schlecht versorgt

  • NRW bundesweit weiter Schlusslicht bei U3-Betreuung
  • Platzmangel vor allem in ärmeren Regionen
  • Früher Kita-Einstieg verbessert Chancengleichheit

Einer Analyse der Gütersloher Bertelsmann Stiftung zufolge fehlen in Nordrhein-Westfalen besonders dort Kita-Plätze, wo die Kinderarmut am höchsten ist. Demnach ist es vor allem vom Wohnort abhängig, ob Eltern einen Platz für unter dreijährige Kinder bekommen – und das trotz Rechtsanspruch darauf.

Oft nur 17 Prozent Betreuungsquote

Der Schriftzug der Bertelsmann Stiftung am Gebäudeeingang der Organisation

Die Stiftung fordert einen raschen U3-Betreuungsausbau

Gut sei die Versorgung vor allem im Münsterland und am Rhein, mit Versorgungsquoten bis 34 Prozent, meldet die Bertelsmann Stiftung. Am niedrigsten ist sie von Herne bis Duisburg, im Märkischen und im Oberbergischen Kreis, mit teils nur 17 Prozent.

"Je früher Kinder aus armen Familien in die Kita kommen, desto größer ist ihre Chance auf gesellschaftliche Teilhabe", sagt der Bielefelder Kita-Leiter Jan-Hendrik Stute.

Schneller Kita-Ausbau gefordert

Deswegen plädieren die Forschenden der Bertelsmann Stiftung für einen raschen Ausbau bei der U3-Betreuung. Das bringe auch Vorteile für die gesamte Familie.

Der Kontakt zur Kita öffne häufig Türen zu Hilfs- und Förderangeboten. Bis 2025 will die NRW-Landesregierung 100.000 neue Kita-Plätze schaffen.

Stand: 12.05.2019, 05:00

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