Alarm: Bielefelder Wohlfahrtsverbände wegen Ärztemangels

Ein Kinderarzt hört einen Jungen ab

Alarm: Bielefelder Wohlfahrtsverbände wegen Ärztemangels

  • Bielefelder Kinderärzte sind überlastet
  • Familienzentren fordern städtische Sprechstunde
  • Stadt Bielefeld lehnt das ab

Mehrere Bielefelder Familienzentren weisen auf den akuten Mangel an Kinderärzten in Bielefeld hin. Sie fordern, dass das städtische Gesundheitsamt eine kinderärztliche Sprechstunde einrichtet. Das Amt lehnt dies ab.

Bielefelder Kinderärzte: "Wir sind überlastet!"

Mehr Vorsorge-Untersuchungen, mehr Impfungen, mehr Atteste: Die Kinderärzte in Bielefeld ächzen nach eigenen Angaben unter der Zahl der Patientenbesuche. Die Kassenärztliche Vereinigung überlegt wegen des Mangels derzeit, in Westfalen-Lippe 50 neue Stellen für niedergelassene Kinderärzte zu schaffen.

Gesundheitsamt soll Sprechstunden anbieten

Doch so viele ausgebildete Mediziner seien gar nicht verfügbar, wundert sich Dr. Marcus Heidemann, Sprecher der Kinderärzte in Bielefeld im Gespräch mit dem WDR. Und so haben derzeit viele Eltern Schwierigkeiten, einen Arzt für ihr Kind zu finden. Daher hatten die Mitarbeiter der Familienzentren die Idee, dass das Gesundheitsamt mit eine kinderärztliche Notsprechstunde für Entlastung sorgt.

Kinderärztemangel Servicezeit 19.09.2018 03:55 Min. Verfügbar bis 19.09.2019 WDR

Gesundheitsamt lehnt ab: "Nicht zuständig"

Die Stadt lehnt die Forderung allerdings ab: "Wir haben hier im Amt nur zwei Kinderärztinnen. Das ist zu wenig, um diesen Auftrag zu bewältigen", argumentiert die stellvertretende Amtsleiterin Ina-Marei Strate-Schneider. Außerdem verhinderten formale Gründe eine solche Sprechstunde: "Der medizinische Versorgungsauftrag liegt bei den niedergelassenen Ärzten und bei der Kassenärztlichen Vereinigung", so die Strate-Schneider weiter.

Stand: 09.08.2019, 15:37