Neugeborenes aus Kierspe - Verteidiger geht in Revision

Landgericht Hagen

Neugeborenes aus Kierspe - Verteidiger geht in Revision

  • Kierspe: Verfahren um ausgesetztes Baby geht weiter
  • Verteidiger: Situation der Mutter nicht genug gewichtet
  • Baby hat überlebt

Der Verteidiger kritsierte, das Gericht habe die schwierige Lebenssituation der 31-jährigen Kiersperin nicht ausreichend berücksichtigt. Deshalb möchte er, dass der Bundesgerichtshof das Urteil der Hagener Richter überprüft. Das neugeborene Mädchen war stark unterkühlt in einem Müllsack gefunden worden und hat überlebt.

Die Richter am Landgericht Hagen verurteilten die Mutter kurz vor Weihnachten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Die Mutter des Babys war zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Gerichtssprecher Bernhard Kuchler sagte damals, das Gericht sei davon überzeugt, dass die Mutter das Kind nicht haben wollte. "Sie hat erkannt, dass das Kind möglicherweise lebt und es in Kauf genommen, dass es im Müllsck sterben würde, " erklärte Kuchler.

Das Urteil war deutlich höher ausgefallen, als vom Staatsanwalt gefordert. Er hatte vier Jahre Haft beantragt.

Stand: 30.12.2019, 17:23