Borkenkäferholz aus Kierspe zum Basteln

Zwei Personen auf Leitern an frisch gebautem Holzhäuschen

Borkenkäferholz aus Kierspe zum Basteln

Von Heiko Dolle

Die Sägewerke können kein Käferholz mehr annehmen, Lagermöglichkeiten gibt es kaum, der Holzpreis ist im Keller: Zeit für eine pfiffige Idee zur Direktvermarktung.

Die Geschwister Lisa und Timo Gelzhäuser aus Kierspe haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Denn das geschlagene Holz aus ihren Wäldern muss möglichst schnell verarbeitet werden, damit es vom Borkenkäfer nicht ganz vernichtet wird.

Schon jetzt sind die Holzpreise im Keller, "weil mit dem Klimawandel der Borkenkäfer gerade quasi im biblischen Ausmaß die Wälder vernichtet", sagt Timo Gelzhäuser. "Dadurch sind wir auf die Idee gekommen, das Holz selbst zu vermarkten.“

Zum Beispiel in Form von kleinen und größeren Holzhütten, erzählt seine Schwester Lisa: "Als Gartenhäuschen, Spielhaus. Als Sauna. Homeoffice. Zweites Wohnzimmer."

 Eigenes Holz für mehr als 1.000 Häuser

Wer keinen Platz für eine Holzhütte hat, kann auch seinen Kofferraum vollladen. Mit zugeschnittenen und feingeschliffenen Borkenkäferholz-Balken. Für den Sandkasten des Sohnes oder das Hochbeet im Garten.  

Abgestorbene Fichten

Käferholz ohne Ende

Waldbauernverband und der Landesbetrieb Wald und Holz freuen sich zwar für die Gelzhäusers. Angesichts der großen Menge an befallenen Bäumen gehen sie aber davon aus, dass damit das Käfer-Problem nicht grundsätzlich gelöst werden kann. Außerdem habe nicht jeder Waldbauer die Möglichkeit, das Holz selbst zu bearbeiten und zu verkaufen.

NRW: Viel Holz – wenig Geld

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 23.07.2020 03:30 Min. Verfügbar bis 23.07.2021 WDR 5 Von Marius Reichert

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Stand: 11.08.2020, 06:44