Baby in Kierspe in zugeknotetem Müllsack gefunden

Neugeborenes in Kierspe gefunden 01:40 Min. Verfügbar bis 17.06.2020

Baby in Kierspe in zugeknotetem Müllsack gefunden

  • Mutter legt neugeborenes Baby zum Müll
  • Polizei findet das Kind lebend
  • Das Mädchen ist wohlauf, Mutter in U-Haft

Nach dem Fund eines Babys in einem Gebüsch im sauerländischen Kierspe haben Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag (17.06.2019) Hintergründe bekanntgegeben. Demnach wurde das Kind am Freitag (14.06.2019) lebendig in einem zugeknoteten Müllsack gefunden.

Kierspe: Lebendes Baby im Müll gefunden

00:47 Min. Verfügbar bis 17.06.2020

Zuvor war die Mutter des Neugeborenen wegen vaginaler Blutungen ins Klinikum nach Lüdenscheid eingeliefert worden. Dort wurde sie notoperiert. Eine Ärztin erkannte, dass die Frau kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Die Polizei sei daraufhin gegen Mittag zum Wohnhaus gefahren.

"Baby überlebte nur durch großes Glück"

Laut den Ermittlern hörten die Beamten ein Weinen und Wimmern hinter dem Haus. In einem Gebüsch lag das Mädchen in einem zugeknoteten Müllsack. In diesem waren sowohl der Hausmüll, als auch Handtücher und das neugeborene, deutlich unterkühlte Baby.

Die Beamten haben vor Ort Ersthelfer-Maßnahmen ergriffen. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft habe das Baby nur durch großes Glück überlebt. Sie teilten mit, dass auch die Sauerstoffzufuhr sehr knapp geworden wäre, wenn das Kind länger in dem zugeknoteten Müllsack gelegen hätte. Das Kind schwebt mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.

Mordkommission ermittelt

Nach Erkenntnissen der Ermittler habe die Mutter vor der Geburt alles versucht, um die Schwangerschaft vor der Familie und ihrem Verlobten zu verschleiern. Gegen die beschuldigte Mutter wurde Haftbefehl beantragt. Sie sitzt momentan in Köln in Untersuchungshaft.

Die Mutter habe ausgesagt, das Kind aufgrund vorliegender Ängste "wegbringen" zu wollen. Laut Mordkommission sei das Familienverhältnis jedoch wohl intakt gewesen. Die Beschuldigte sei laut ersten Erkenntnissen der Mordkomission noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Stand: 17.06.2019, 18:03