Opfer illegaler Medikamententests in Bethel gehen wohl leer aus

Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel: Keine Entschädigung

Opfer illegaler Medikamententests in Bethel gehen wohl leer aus

Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel planen nach eigenen Angaben nicht, etwa 650 Kinder und Jugendliche zu entschädigen, an denen illegal Medikamente getestet worden sind.

Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel planen nach eigenen Angaben nicht, etwa 650 Kinder und Jugendliche zu entschädigen, an denen illegal Medikamente getestet worden sind.

Eine kürzlich vorgestellte Studie von Medizinern und Historikern im Auftrag der Stiftungen hatte ergeben, dass die Kinder bis Mitte der siebziger Jahre noch nicht für den Markt zugelassene Medikamente bekommen hatten - ohne Wissen der Eltern.

Bethel-Vorstand: "Kein individueller Schaden entstanden"

Stiftungs-Vorstand Professor Ingmar Steinhart sieht Bethel aber nicht zu Schadenersatz verpflichtet: „Auf der rechtlichen Seite konnte in der Studie kein individueller Schaden nach gewiesen werden, aus dem ein Anspruch überhaupt hätte abgeleitet werden können, unabhängig von Verjährungsfristen und anderem. Aber moralisch fühlen wir uns natürlich verpflichtet!

Psychopharmaka oder Anti-Epileptika ohne Zulassung verabreicht

Die Historiker hatten sich rund 260 Fälle genau angesehen; aus den gesichteten Unterlagen ging hervor, dass ein Viertel der Kinder mit Behinderungen Psychopharmaka oder Anti-Epileptika erhielten, die in Deutschland noch nicht zugelassen waren. Laut der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sei diese Praxis damals durchaus üblich gewesen.

Stiftungen haben sich entschuldigt

Die Stiftungen haben sich öffentlich bei den betroffenen Kindern und Eltern entschuldigt, bieten Beratung an und verweisen auf einen Hilfsfonds für Heimkinder. Man wolle das Thema weiter aufarbeiten, hieß es aus Bethel.

Stand: 14.08.2020, 11:38