Paderborn: Forensische Untersuchungen im Fall "Katrice" beendet

Abgesperrter Uferstreifen an der Alme

Paderborn: Forensische Untersuchungen im Fall "Katrice" beendet

  • Untersuchungen führten zu keinem Ergebnis
  • Katrice seit 1981 verschwunden
  • Vater erhebt Vorwürfe gegen ehemalige Ermittler

Die britische Militärpolizei hat die aktuelle Suchaktion nach der vermissten Katrice Lee ohne neue Erneknntnisse beendet. Die Ermittler waren in Paderborn Zeugenhinweisen nachgegangen und hatten am Ufer der Alme nach Spuren des Mädchens gesucht. Die Militärpolizei will jetzt anderen Hinweisen nachgehen und hofft auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Einzelheiten will sie am Mittwoch (30.05.2018) bekannt geben.

Abgesperrter Uferstreifen an der Alme

Seit 1981 wird Katrice gesucht

Vor fast 37 Jahren ist in Paderborn die zweijährige Katrice Lee, Tochter eines Soldaten, verschwunden. Die britische Militärpolizei hoffte Anfang Mai auf neue Hinweise. Für den Großeinsatz an der Alme war auch der Vater der Vermissten angereist.

Richard Lee und Richard O'Leary

Richard Lee und Richard O'Leary bei der Pressekonferenz

"Ich fühle mich, als ob ich seit fast 37 Jahr in einem Alptraum lebe, und das bringt jetzt alles zurück", sagt Richard Lee, der Vater von Katrice, der damals als Soldat der in Paderborn / Schloß-Neuhaus stationiert war. Er steht vor gut einem Dutzend Kamerateams und vielen weiteren Journalisten am kleinen Fluss Alme. Im Hintergrund, am Ufer, graben Soldaten und schütten die Erde in graue Kisten.

Der Grund für seinen Besuch in Paderborn war, dass die britische Armee an der Brücke auf beiden Seiten des Flusses das Ufer absuchte. Die britische Militärpolizei hoffte Hinweise zu finden, wo Katrice verschwunden ist. 36 Jahre ist das her, und noch immer hofft die britische Militärpolizei, den Fall aufzuklären. Fünf Wochen sollten die Arbeiten dauern.

Kind verschwand im Jahr 1981

Phantombild

So könnte Katrice Lee heute aussehen

Katrice verschwand, während die Mutter am 28. November 1981 in einem Militärgeschäft einkaufen war und der Vater im Auto wartete. Es war ihr Geburtstag: Sie wurde an diesem Tag zwei Jahre alt.

Die Polizei hält es für möglich, dass Katrice noch lebt und einen anderen Namen führt. Womöglich weiß sie nichts von ihrem Schicksal. Ebenso sei es aber auch denkbar, so die Polizei, dass das Kind im Fluss ertrunken ist.

Vorwürfe gegen ehemalige Ermittler

Phantombild

Dieser Mann soll bei Katrice gewesen sein

Der ehemalige Soldat erhebt schwere Vorwürfe gegen die früheren Ermittler. Jetzt erst - Jahrzehnte nach dem Verschwinden - wurde ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Daraufhin gab es neue Hinweise. Die Untersuchung der Akten durch eine unabhängige Polizeibehörde brachten ebenfalls neue Erkenntnisse und Ermittlungs-Ansätze. Zeugen hatten berichtet, dass einen Tag nach dem Verschwinden des Kindes ein grünes Auto auf der Brücke gesehen worden sei, welches ebenfalls vor dem Supermarkt gewesen sein soll. Richard Lee ist überzeugt davon, dass seine Tochter noch lebt.

Militärpolizei sucht grüne Autos

Die britische Militärpolizei sucht jetzt nach Menschen, die vor 36 Jahren grüne Autos besessen haben. Die sollen sich melden, damit sie aus den Ermittlungen ausgeschlossen werden können. Vielleicht könne auch jemand Hinweise auf Katrice Lee geben. Immerhin hatte sie zwei Augenoperationen vor sich und damit deutliche Merkmale.

Stand: 28.05.2018, 11:37