Vermisstenfall Katrice Lee: Verhafteter wieder frei - Suchaktion geht weiter

Kinderfoto von Katrice Lee

Vermisstenfall Katrice Lee: Verhafteter wieder frei - Suchaktion geht weiter

  • Katrice Lee vor fast 38 Jahren verschwunden
  • Verhafteter wieder frei
  • Ermittlungen in Swindon gehen weiter

Das britische Verteidigungsministerium teilte am Mittwoch (25.09.2019) mit, dass der verhaftete Mann ohne Anklage wieder freigelassen wurde. Der Mann war am Montag (23.09.2019) in Swindon festgenommen worden. Gleichzeitig erklärte das Ministerium, dass die Ermittlungen in der Stadt weitergehen. Swindon ist eine 150.000 Einwohner große Stadt - zwei Autostunden von London entfernt. Die Entwicklungen im Fall Katrice Lee überraschen.

Kind verschwand im Jahr 1981

Katrice ist das Kind eines ehemals in Paderborn stationierten Soldaten und dessen Ehefrau. Das Mädchen verschwand, während die Mutter am 28. November 1981 in einem Militärgeschäft einkaufen war und der Vater im Auto wartete. Es war ihr Geburtstag: Sie wurde an diesem Tag zwei Jahre alt.

Möglicherweise lebt Katrice Lee

Die Polizei hält es für möglich, dass Katrice noch lebt und einen anderen Namen führt. Womöglich weiß sie nichts von ihrem Schicksal. Der Vater, Richard Lee, betonte über die Jahrzehnte, dass er noch daran glaube, dass seine Tochter lebe. Er bekräftigt seine Haltung am Mittwoch (25.09.2019) im Gespräch mit dem WDR: "Ich könnte Großvater sein. Sie könnte verheiratet sein, Kinder haben. Alles was ich wissen möchte, ist: Hatte sie ein gutes Leben? Und wo ist sie und ist sie sicher? Das lässt mich weitermachen."

Große Suche 2018

Ebenso war aber auch denkbar, dass das Kind im Fluss ertrank. Noch im Mai 2018 ging die Militärpolizei Hinweisen nach und durchsuchte die Alme-Auen in Paderborn. Dies geschah unter anderem auf Druck des Vaters, der dazu eigens angereist war.

Vorwürfe gegen ehemalige Ermittler

Der ehemalige Soldat hatte schwere Vorwürfe gegen die früheren Ermittler erhoben: "Als meine Tochter verschwand, sagte die britische Militärpolizei, dass sie in den Fluss gefallen und ertrunken ist. Hätte ich das akzeptiert, würden wir nicht sprechen."

Erst Jahrzehnte nach dem Verschwinden wurde ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Daraufhin gab es neue Hinweise. Die Untersuchung der Akten durch eine unabhängige Polizeibehörde brachten ebenfalls neue Erkenntnisse und Ermittlungsansätze.

Stand: 26.09.2019, 08:21