Borken-Burlo: Kein Vertrag für schwulen Lehrer

Borken-Burlo: Kein Vertrag für schwulen Lehrer

  • Schulträger ist ein katholischer Orden
  • Lebensführung "nicht mit kirchlicher Sittenlehre vereinbar"
  • Schule hätte den Referendar gern übernommen
Kommentare (11)

Zur Diskussion über den Fall in Borken-Burlo

Der Referendar eines katholischen Gymnasiums in Borken-Burlo wird von der Schule nicht als Lehrer übernommen, weil er seinen Lebenspartner heiraten wollte. Das Gymnasium Mariengarden im münsterländischen Borken-Burlo ist in der Trägerschaft des katholischen Oblaten-Ordens. In einer schriftlichen Stellungnahme des Ordens heißt es: "Die kirchliche Vorstellung von Ehe und Familie ist nicht mit der Lebensführung des betreffenden Referendars vereinbar. Deshalb war es uns nicht möglich, ihm einen Arbeitsvertrag anzubieten."

Schüler wollen protestieren

Ein großes Gebäude aus rotem Stein

Die Schule selbst hätte den Referendar mit den Fächern Englisch und Biologie gern übernommen. Auch das Lehrerkollegium hatte sich mehrheitlich für ihn ausgesprochen - der Referendar sei eine qualifizierte Kraft, hieß es. Die Schüler haben bereits angekündigt, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen zu wollen, sondern gegen die Entscheidung zu protestieren. Bei den Eltern waren die Meinungen geteilt.

Schulträger entscheidet über Anstellung

Über die Anstellung von Lehrern entscheidet jedoch der jeweilige Schulträger. Als Referendar war der Mann Angestellter des Landes Nordrhein-Westfalen. Für eine Festanstellung wäre ein Arbeitsvertrag mit dem Orden notwendig gewesen.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 20.09.2018, 15:56

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Sebastian Sauer 21.09.2018, 20:49 Uhr

    Einfach nur diskriminierend!!! Und sowas nachdem die Gleichgeschlechtliche Ehe nun endlich erlaubt ist. Ich bin Hetero mit zwei Kindern aber das geht garnicht! Ein Grund mehr aus der Kirche auszutreten. Schämt Euch!

  • 10 Ingo 21.09.2018, 20:01 Uhr

    Unglaublich! Iran? Nein, Deutschland 2018! Ist der Orden taub auf den Ohren, oder schläft er etwa noch? Der RKK geht aufgrund der Missbrauchsfälle der Arsch auf Grundeis, weil pädophile Priester versetzt und gedeckt werden, aber ein offen lebender schwuler Lehrer, der sich nicht an Kinder ranmacht (und auch keinen Anlass dazu hat), wird nicht eingestellt? Und die Schulen jammern gerade über Lehrermangel und werben um Quereinsteiger, während er das volle Ausbildungsprogramm durchläuft?! Zugleich will man Schüler zu Weltoffenheit und Toleranz erziehen. Wie passt das zusammen? Welches fatale Signal sendet man an homosexuelle Schüler?! Du bist nicht willkommen? Nicht gleichwertig? Du darfst nicht Lehrer werden? Welches Signal sendet man an Schüler anderer Kulturen, denen man Respekt vor Frauen beibringen will, wenn man selber eine Art christlicher "Scharia" anwendet? Wie ernst kann man eine Landesregierung nehmen, die verspricht, den Lehrermangel beheben zu wollen?

  • 9 Horst 21.09.2018, 19:19 Uhr

    Vielleicht sollte die katholische Kirche sich erst einmal um ihren eigenen Mist kümmern, und dafür sorgen, dass deren Priester keine Kinder belästigen!

  • 8 steamtrain 21.09.2018, 19:08 Uhr

    Ja, es ist eine KIRCHLICHE Vorstellung von Ehe und Familie. Es ist aber NICHT die Vorstellung von Christus und ich denke diese ist letztlich maßgebend. Wann endlich kommt die Kirche im 21.Jahrhundert an und wann wird sie die christlichen Gebote nicht mehr nach ihrem eigenen Gustus auslegen.

  • 7 Maike 21.09.2018, 18:21 Uhr

    Vor Gott sind ALLE Menschen gleich. Aber was die katholische Kirche daraus macht ist erbärmlich. Das fachliche scheint nicht relevant zu sein, sobald jemand von der "Norm" abweicht, wird gehandelt. Ich kann mir gut vorstellen, falls es Gott wirklich gibt, dass er sich des Öfteren die Hand vor den Kopf schlägt, weil alles so traurig ist.

  • 6 pharisäerclub 21.09.2018, 17:36 Uhr

    Hätte der junge Mann doch bloss gelogen und eine lesbische Freundin mitgebracht, dann...wäre alles ganz im Sinne der Ordensgemeinschaft verlaufen. Was wäre eigentlich los, wenn morgen in Israel ein Dokument ausgegraben würde, wo sich ein Jesus von Narzaret outen würde. Würde die christliche Kultur übermorgen aufgelöst? Jesus war Single und hatte 12 Männer um sich herum, ging sehr fortschrittlich und respektvoll mit den Frauen um. Jesus: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan. Verzeih ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

  • 5 Klaus Rüddenklau 21.09.2018, 16:46 Uhr

    Die Heuchelei ist nicht mehr zu überbieten! Eins tröstet mich: die zunehmende Zahl der Kirchenaustritte. Weiter so, bis ihr wieder Bettelmönche seid.

  • 4 Klaus Keller 21.09.2018, 16:35 Uhr

    Ich bin auch nicht begeistert von der "katholischen Sittenlehre" aber wenn ein katholischer Orden eine Schule betreibt ist es nachvollziehbar, dass dann spezielle Erwartungen gelten. Wo die Grenzen sind könnte ich jetzt auch nicht definieren aber Entlassungen, wenn jemand wiederverheiratet ist, bei jemanden der nicht direkt mit Glaubensfragen beauftragt ist, würde ich dagegen ausschließen. @Franziskus, Sie haben natürlich Recht, dass durch die Missbrauchsfälle das Ganze in einem zweifelhaften Licht erscheint.

  • 3 André 21.09.2018, 16:24 Uhr

    Das ist die verlogene Moral der Institution katholischen Kirche, in der Missbrauch anscheinend immer noch zur Tagesordnung gehört. Gehört (Kindes)Missbrauch zur katholischen Sittenlehre ?

  • 2 Frank 21.09.2018, 15:47 Uhr

    Solange die Kirchen ihre Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, etc. zu mehr als 95% aus Steuergeldern finanzieren, sollen sie sich gefälligst auch an deutsche Arbeitsgesetze halten. Wenn sie keine Schwulen, Wiederverheirateten oder Lesben einstellen oder Frauen, die vergewaltigt wurden, keine Pille danach geben wollen, sollen sie sich auch selbst finanzieren. Ich finde es eine Dreistigkeit, dass meine Steuergelder an Einrichtungen gehen, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind. Dabei rede ich nicht von Kirchensteuer, die ich als Atheist nicht zahle.

  • 1 Franziskus 21.09.2018, 14:52 Uhr

    Dieser katholische Kindermissbrauchsverein hat also was gegen schwule Lehrer. Auf Seminaren in Bayern haben es die Pfaffen selbst miteinander getrieben. Der katholischen Kirche sollte jede Trägerschaft an Schulen, Heimen etc. entzogen werden.

    Antworten (1)
    • Erich1 21.09.2018, 17:34 Uhr

      Franziskus sie haben so recht. Dieser Kindermissbrauchsverein und alles was dazugehört müssen sofort verboten werden und dürfen kein öffentliches Geld mehr empfangen ( incl. Kirchensteuer).