Ärger um städtische Zuschüsse für den Katholikentag Münster

Ein künstlerisches Foto mit Blick auf das Rathaus

Ärger um städtische Zuschüsse für den Katholikentag Münster

  • Zuschuss nicht nur für städtische Leistungen ausgegeben
  • SPD und Grüne fordern Aufklärung
  • Oberbürgermeister weist Vorwürfe zurück

Als der Stadtrat vor dem Katholikentag im Juli 2017 den städtischen Zuschuss in Höhe von knapp 700.000 Euro bewilligte, hatten die Kommunalpolitiker klare Erwartungen: Mit dem Geld von der Stadt sollten ausschließlich städtische Leistungen wie etwa der Transfer von Katholikentagsbesuchern in Stadtwerke-Bussen oder die Müllabfuhr bezahlt werden. Nach WDR-Recherchen sind aber auch Rechnungen von Dritten beglichen worden. So hat etwa die Bahn AG rund 260.000 Euro erhalten.

Aufklärung gefordert

SPD und Grüne zeigten sich verärgert. "Von der Bahn AG oder anderen nicht-städtischen Zuschussempfängern war in den langen und anstrengenden politischen Diskussionen nie die Rede", sagt SPD-Fraktionschef Michael Jung. Er fordert jetzt vom Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) Aufklärung.

Stadtverwaltung: "Ratsbeschluss gab das her"

Der Beauftragte der Stadt für den Katholikentag Martin Schulze Werner widerspricht. In der Stadtverwaltung habe man den Ratsbeschluss vom Juli 2017 so interpretiert, dass dem Veranstalter des Katholikentages Zuschüsse bis zu einer Höhe von knapp 700.000 Euro zu gewähren seien. "Der Veranstalter hat uns von städtischen Betrieben und anderen Einrichtungen Rechnungen eingereicht und die Stadt hat diese Rechnungen dann bezahlt", erklärt Schulze Werner.

Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) reagierte am Dienstag (02.10.2018) mit einer Pressemitteilung. Die Verdächtigungen unkorrekter städtischer Zahlungen im Zusammenhang mit dem Katholikentag seien unberechtigt.

Stand: 02.10.2018, 16:28