Kampf um Wohnraum in Winterberg

Kampf um Wohnraum in Winterberg 04:01 Min. Verfügbar bis 26.04.2020 Von Horst-Joachim Kupka

Kampf um Wohnraum in Winterberg

Von Horst-Joachim Kupka

  • zu wenig bezahlbare Wohnungen
  • Senioren müssen in Nachbarstädte umziehen
  • Investoren kaufen begehrte Grundstücke

Die Winterberger Freundinnen Pia Klante, Nicole Bollmann und Lea Wiese treffen sich abends regelmäßig. Alle drei suchen eine neue Wohnung. Im Angebot ist immer nur eins: Ferienwohnungen. Es ist zum Verzweifeln. "Die Vermieter wollen keine jungen Leute."

Unsittliches Angebot bei der Wohnungssuche

Wohnungssuche in Winterberg

Pia Klante und ihre Freundinnen durchsuchen Wohnungsanzeigen.

Die 20-jährige Pia Klante bekam sogar ein unsittliches Angebot von einem Vermieter: "Er wollte mich näher kennenlernen und feststellen, ob ich ihm gefalle. Da habe ich doch Angst bekommen. Und sowas passiert in Winterberg."

Um Wohnraum müssen auch die älteren Menschen in Winterberg kämpfen. Die Caritas beklagt, dass es zu wenig Häuser für Betreutes Wohnen gebe. Deshalb müssten ältere Winterberger in Ortsteile und Nachbarstädte umziehen.

Der Grund für den Mangel: Es gibt immer mehr Ferienwohnungen. Der Trend wird durch neue Buchungsplattformen verstärkt. Sie bieten Anreize, Wohnungen nicht dauerhaft, sondern als Ferienwohnungen lukrativer zu vermieten.

Investoren schnappen sich begehrte Grundstücke

Grundstück für Ferienwohnungen in Winterberg

Auf diesem Grundstück entstehen bald Ferienwohnungen.

Die besten Grundstücke sind schnell weg: Hier bauen deutsche und niederländische Investoren Ferienapartments. Menschen, die im Tourismus arbeiten, suchen vergeblich Wohnungen.

Ein Problem für Hoteliers. André Stielicke betreibt ein Restaurant und Hotel auf dem Kahlen Asten: "Wir müssen sogar Ferienwohnungen kaufen, um unser Personal unterbringen zu können."

Die Winterberger versuchen, gegenzusteuern. Dafür sollen Touristiker, Politiker und Investoren an einen Tisch geholt werden. Tourismusdirektor Michael Beckmann weiß aber: "Das wird kein einfacher Weg. Es gibt keine schnellen Lösungen."

Stand: 26.04.2019, 11:12