200.000 strömen zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Es ist ein Wahrzeichen für die ganze Region Ostwestfalen-Lippe, eines der drei größten Denkmäler in Deutschland: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gibt es inzwischen seit 125 Jahren.

Sogar im Corona-Jahr 2020 besuchten mehr als 200.000 Menschen das Denkmal. Das ist nach LWL-Angaben etwas weniger als im Vorjahr, aber trotzdem noch mehr als erwartet.

Vor drei Jahren war das Denkmal aufwändig renoviert worden. Im Rahmen der Renovierung des Wahrzeichens auf dem Wittekindsberg ist auch ein neues Besucherzentrum entstanden. Zur Wiedereröffnung hatten die Betreiber mit 150.000 Gästen am Kaiser-Wilhelm-Denkmal gerechnet. LWL-Direktor Matthias Löb nennt das Denkmal einen „Riesenerfolg“.

„2.000 Jahre Geschichte auf 2.000 Metern Höhe“

Wichtig ist den Betreibern, dass der Touristenmagnet historisch besser eingeordnet wird. Dafür ist ein Besucherzentrum eröffnet worden, das die komplette Geschichte des Standorts erzählt: „Von den Römern über Preußens Pomp bis zum Elend der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg“, erklärt Löb. So soll das Denkmal auch der politischen Bildung dienen.

Denkmäler als Ausgangspunkt für kritische Auseinandersetzung

Aktuell wandelt sich die Bedeutung von Denkmälern. An ihnen entzünden sich mehr und mehr kontroverse Debatten, so Sylvia Necker, Leiterin des Besucherzentrums. So sei es auch in Porta Westfalica: "Auch hier soll das Denkmal zum Ausgangspunkt für kritische Auseinandersetzungen mit den zentralen Akteuren der deutschen Kolonialgeschichte wie Wilhelm I. werden."

Dies sehe sie zukünftig als vorrangige Aufgabe des LWL-Besucherzentrums im Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Mit Holzgerüsten vor 125 Jahren gebaut

Der Bau des Denkmals war damals äußerst schwierig. Drei Kilometer Treppenstufen und 13.000 Kubikmeter Mauerwerk wurden verbaut. Ein echter Kraftakt. Und das auch noch ohne Kräne, sondern mit Holzgerüsten.

Für Porta Westfalicas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach ist das Denkmal aber auch etwas Emotionales: „Ein wirkliches Geschenk. Ob man zum ersten Mal hier herauf kommt oder schon häufiger oder gar regelmäßig - der unvergleichliche Panoramablick und die Mächtigkeit des Denkmals sind im Spiel von Sonne und Licht, Wolken und Schatten immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis.“