NRW-Justizministerium prüft Missbrauchsvorwürfe

Dach einer Kirche mit Kreuz

NRW-Justizministerium prüft Missbrauchsvorwürfe

  • Justizministerium überprüft Erzbistümer auf Missbrauchsfälle
  • Allein im Erzbistum Paderborn 111 Fälle gemeldet
  • Staatsanwaltschaft wird erst einmal nicht ermitteln

Die katholische Kirche hatte Ende September eine Studie über den sexuellen Missbrauch durch Priester und Ordensangehörige vorgestellt. In den fünf Erzbistümern in Nordrhein-Westfalen sind demnach 953 Missbrauchsfälle bekannt.

Staatsanwaltschaft Paderborn sieht keinen begründeten Anfangsverdacht

Das Justizministerium in Düsseldorf hatte die Staatsanwaltschaften in Köln, Münster, Paderborn, Essen und Aachen gebeten mitzuteilen, ob aufgrund der neuen Kirchendaten der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen geprüft wird.

In Köln ist ein Staatsanwalt damit beauftragt, die in der Studie genannten Fälle im Erzbistum Köln zu untersuchen. Laut Staatsanwaltschaft gibt es bisher aber kein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter der katholischen Kirche.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat dem WDR inzwischen mitgeteilt, dass sich aus den seit September veröffentlichten Unterlagen der Kirche mangels konkreter Daten kein neuer Anfangsverdacht gegen ehemalige oder aktuelle Kirchenmitarbeiter ergebe.

22 Fälle landen nicht bei den Ermittlern

Das Erzbistum Paderborn war über die Anfrage des Justizministeriums an die Staatsanwaltschaften überrascht. Nach eigenen Angaben haben sie bislang zwei Fälle von mutmaßlichem Missbrauch der Staatsanwaltschaft gemeldet. 22 weitere Fälle landeten jedoch nicht bei den Ermittlern.

Manche Fälle seien bereits verjährt oder strafrechtlich nicht relevant. Oder aber die Opfer wollten nicht, dass der Fall öffentlich wird. Einige dieser Beschuldigten arbeiten laut Bistum noch immer für die Kirche, allerdings nicht mit Kindern und Jugendlichen.

Stand: 12.10.2018, 18:30