Verlorene Prüfungsklausuren in Münster wieder aufgetaucht

Eine Figur der Justitia neben Akten

Verlorene Prüfungsklausuren in Münster wieder aufgetaucht

Von Anja Osterwinter und Tim Belke

  • Jura-Klausuren aus Bielefeld, Münster und Bochum wieder da
  • Arbeiten statt am Landgericht Münster beim Nachbarn abgegeben
  • Justizprüfungsamt bedauert den Vorfall

25 Jura-Studierende müssen ihre Prüfung zum ersten Staatsexamen jetzt doch nicht nachschreiben: ihre verloren gegangenen Klausuren sind wieder aufgetaucht. Beim Versand vom Erst- zum Zweitprüfer war das Paket spurlos verschwunden.

Paket landete nicht beim Landgericht, sondern beim Nachbarn

Wie das Oberlandesgericht Hamm am Freitag (14.12.2018) mitteilte, war das Paket mit den 25 Staatsexamen nicht an das Landgericht Münster geschickt worden, sondern an den Zweitkorrektor persönlich. Weil der nicht anwesend war, gab der Paketbote das Päckchen beim Nachbarn ab. Erst gestern Abend erfuhr der Zweitkorrektor davon und holte die Klausuren sofort ab.

Prüfungsklausuren brauchen nicht nachgeschrieben werden

Nach dem überraschenden Fund wurde den betroffenen Prüflingen heute mitgeteilt, dass ihre Klausuren jetzt beim Zweitkorrektor liegen. Ein Nachschreiben der Arbeiten ist deshalb nicht mehr nötig. Das Justizprüfungsamt bedauert den Fall sehr.

Justizprüfungsamt spricht von Ausnahmefall

Nachdem der Erstprüfer aus Hamm die Staatsexamen der Jura-Studierenden korrigiert und am 19. Oktober per Paketdienst zum Zweitprüfer nach Münster geschickt hatte, waren die Klausuren spurlos verschwunden. Aufgefallen war die Sache erst, weil eine Studentin aus Bielefeld nachgefragt hatte, warum sie noch keine Ergebnisse der Examensprüfung aus dem August bekommen hat. Für das Justizprüfungsamt ist der Fall eine absolute Ausnahme. Im Jahr 2018 habe das Prüfungsamt bereits mehr als 10.000 Klausuren angenommen, sagte ein Sprecher. 25 davon waren verschwunden.

Stand: 14.12.2018, 16:29