Junge Straftäter der JVA Bielefeld-Senne lernen jüdische Kultur kennen

Ein Mann mit einer Kippa auf dem Kopf

Junge Straftäter der JVA Bielefeld-Senne lernen jüdische Kultur kennen

Ob der Besuch des Konzentrationslagers Niederhagen oder ein Austausch mit Rabbinern - das Programm der jungen Inhaftierten soll gemeinsames Verständnis fördern und Vorurteile abbauen.

Dies sei eine enorme Chance für die Inhaftierten, aber auch für alle anderen Beteiligten. Denn so habe man die Möglichkeit, mit Menschen über die jüdische Kultur zu sprechen, die sich vielleicht bisher wenig damit auseinandergesetzt haben, sagt Katharina Arditi vom Verein "Begegnen e.V. für Toleranz in NRW".

Exkursionen und Veranstaltungen in ganz OWL

Zusammen mit der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne begleitet Arditi die jungen Straftäter auf Exkursionen und Veranstaltungen in ganz OWL. "Hier mit der JVA haben wir Kontakt mit Menschen, die vielleicht auch noch überzeugt werden müssen", sagt die Geschäftsführerin des Vereins.

Am Montag, dem 25. Oktober, starten etwa 15 Straftäter zwischen 18 und 26 Jahren mit einem jüdisch-christlich-muslimischen Gespräch in das Projekt. Im Programm steht neben dem Besuch des ehemaligen Konzentrationlagers Niederhagen auch ein Kochevent mit der jüdischen Gemeinde Bielefeld.

Dialog mit anderen Glaubensgemeinschaften

Nach Angaben der Leiterin der JVA Bielefeld-Senne, Kerstin Höltkemeyer-Schwick, geht es auch darum, die Inhaftierten in einen Dialog mit Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften zu bringen.

"Ich erhoffe mir, dass die Jungtäter sensibilisert werden und mehr Verständnis für die anderen Religionen bekommen. Uns war es wichtig, vor allem junge Menschen mit unterschiedlichen Konfessionen in das Projekt und die bevorstehenden Veranstaltungen einzubeziehen", sagt Höltkemeyer-Schwick.

Judenhass – Eine mörderische Ideologie Planet Wissen 15.06.2021 58:00 Min. UT Verfügbar bis 09.06.2025 ARD-alpha

Pädagogische Begleitung durch Berufskolleg

Mit Lehrkräften des Kolping-Berufskollegs Gütersloh sollen die Inhalte der Veranstaltungen vor- und nachbereitet werden.

Das Projekt der Justizvollzugsanstalt entstand zusammen mit dem Verein "Begegnen e.V. für Toleranz in NRW", der jüdischen Gemeinde und dem Kolping-Berufskolleg anlässlich 1.700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland. Im Rahmen dieses Jubiläums machen Organisationen und Institutionen bundesweit Veranstaltungen.

Stand: 21.10.2021, 06:00