Experten beraten in Paderborn über Jugendkriminalität

Jugendkriminalität, Symbolfoto: Polizisten kontrollieren eine Gruppe Jugendlicher

Experten beraten in Paderborn über Jugendkriminalität

  • Fachtagung zu Jugendkriminalität
  • 400 Experten treffen sich in Paderborn
  • Ziel: Intensivtäter besser betreuen

Maßnahmen gegen die Jugendkriminalität stehen von Mittwoch an (06.02.2019) im Mittelpunkt einer Konferenz im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn. 400 Kriminalisten, Kriminologen, Forscher, Staatsanwälte, Sozialarbeiter und Politiker aus ganz Deutschland diskutieren über die "Häuser des Jugendrechts". Dort arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendämter eng zusammen, um Intensivtäter besser betreuen zu können.

Ziel der Konferenz sei es, den Mitarbeitern aus Justiz, Jugendhilfe und Polizei, Anregungen und Hilfe für die tägliche Arbeit bei der Bekämpfung und Verhütung von Jugendkriminalität zu bieten. Auch wenn die Entwicklung der Jugendkriminalität bundesweit und auch im Kreis Paderborn rückläufig sei, bleibe es doch ein Thema, das die Öffentlichkeit interessiere und von ihr diskutiert werde. 

Straftaten werden nicht toleriert

Judith Schopnie, die seit 19 Jahren in der Jugendgerichtshilfe des Kreises Paderborn arbeitet, ist überzeugt von dem Konzept: "Wenn eine Straftat begangen wurde, ist es wichtig, sofort zu signalisieren, dass es zum einen erfasst wurde und dass wir es zum anderen nicht tolerieren. Oft sind sie überrascht, woher wir denn wissen, dass sie am Abend vorher irgendeine Straftat begangen haben. Das beeindruckt die Jugendlichen."

19 "Häuser des Jugendrechts" bundesweit

In Deutschland gibt es derzeit 19 „Häuser des Jugendrechts“ oder „Jugendstationen“. Das Paderborner Haus hat seit seiner Gründung vor fünf Jahren mehr als 200 Fälle bearbeitet. Ziel ist es Jugendliche zu betreuen, die schon durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen sind, sagt Koordinator Uwe Schmidt: "Wir wollen sie durch eine zeitnahe und koordinierte Bearbeitung aller beteiligten Stellen wieder auf den richtigen Weg zurückbringen, damit sie zukünftig ein straffreies Leben führen". Hierbei spielen auch soziale Aspekte rund um die Jugendlichen eine Rolle. Freunde, Bekannte und insbesondere die Familie können dabei helfen, junge Straftäter vor einer kriminellen Karriere zu bewahren.

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Stand: 06.02.2019, 14:11