Paderborner Wissenschaftlerin: Es fehlen 2.000 Islamkunde-Lehrer

Muslimische Kinder nehmen am Islamkunde-Unterricht teil.

Paderborner Wissenschaftlerin: Es fehlen 2.000 Islamkunde-Lehrer

  • 2.000 Lehrer fehlen offenbar
  • Ausbildungsinstitut im Aufbau
  • NRW-Schulministerium bestätigt Zahl nicht

In Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 400.000 Schüler islamischen Glaubens - aber offenbar nicht genügend Lehrer. Knapp 20.000 Schüler bekommen derzeit islamischen Religionsunterricht. "Der errechnete Bedarf für Lehrer geht in NRW weit über 2.000 hinaus", sagte die Paderborner Professorin für Islamische Theologie, Muna Tatari, am Dienstag (16.04.2019).

Islam-Institut in Paderborn im Aufbau

Die Wissenschaftlerin der Universität Paderborn ist auch im Beirat für den islamischen Religionsunterricht an Schulen in NRW. An der Hochschule wird derzeit ein Institut für Islamische Religionswissenschaften aufgebaut. Dort sollen künftig auch angehende Islamlehrer ausgebildet werden.

"Hervorragende Einstellungschancen"

Das NRW-Schulministerium kann die Größenordnung des Mangels nicht bestätigen. Eine valide Prognose zur Zahl der benötigten Lehrer sei noch nicht möglich, da sich das Fach noch im Aufbau befinde. Allerdings gebe es derzeit hervorragende Einstellungschancen, sagte das Ministerium auf Anfrage der Rheinischen Post.

Versuch für islamischen Unterricht soll verlängert werden

Schulen könnten 2.000 Islamkunde-Lehrer fehlen

Zu wenig Islamkunde-Lehrer in NRW

Nach Angaben der Landesregierung haben derzeit rund 250 Lehrer die benötigte Lehrerlaubnis. Islamischer Religionsunterricht wird in NRW seit 2012 in einem Modellversuch an Grund- und weiterführenden Schulen angeboten. Der Modellversuch läuft aber in diesem Jahr aus. Der Landtag berät derzeit über eine Verlängerung bis 2025.

Neuordnung des islamischen Unterrichts angedacht

Die Landesregierung soll für die Gestaltung des islamischen Unterrichts mit einer Kommission zusammenarbeiten, die die Interessen der Islamverbände vertritt. Mit ihnen würde die Landesregierung einen öffentlich-rechtlichen Vertrag abschließen. Kritik gab es in der Vergangenheit zu dem Islamverband Ditib auf Grund des Einflusses der Türkei. In dem aktuell laufenden Modellversuch ruht die Ditib Mitgliedschaft im Beirat daher.

Stand: 16.04.2019, 15:35