Plakataktion in Iserlohn: Kind wichtiger als Handy

Plakataktion in Iserlohn: Kind wichtiger als Handy

Von Claudia Roelvinck

  • Eltern schauen offenbar eher aufs Handy als zum Kind
  • Kinder lernen dadurch später und schlechter sprechen
  • Stadt Iserlohn hängt Plakate in Kindergärten und Schulen aus

Es sind die Situationen, die Sabine Menzel kennt. Eine Mutter schiebt einen Kinderwagen, guckt auf ihr Smartphone und bekommt nicht mit, dass ihr Kind ihr etwas mitteilen möchte. Oder der Vater sitzt am Tisch, tippt und wischt am Handy, statt sich mit dem Kind im Hochstuhl zu beschäftigen.

Kinder müssen um Aufmerksamkeit kämpfen

Sabine Menzel arbeitet beim Familien-Besuchsdienst der Stadt Iserlohn. Seit einigen Jahren erlebt sie dabei immer häufiger, dass Kinder um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern kämpfen müssen.

Smartphone Mutter

Schlechtes Vorbild: Kind ist Nebensache

"Eltern gucken ihre Kinder nicht an, sie gucken lieber aufs Handy", sagt Sabine Menzel dem WDR am Donnerstag (21.02.2019). "Die Kinder haben kein richtiges Gegenüber, es steht immer etwas zwischen Kind und Eltern."

Mehr Handy - mehr Übergewicht

Und das hat Folgen. Kinder, mit denen wenig gesprochen wird und die den Mund der Eltern nicht sehen können, weil sie ständig ein "mobiles Endgerät" vor dem Gesicht haben, lernen deutlich später und schlechter sprechen.

Vater und Kind mit Smartphones in den Händen

Kinder benutzen immer früher ein Handy oder Tablet

Bei medizinischen Untersuchungen vor der Einschulung fallen immer häufiger Kinder auf, die sich zu wenig bewegen und übergewichtig sind.

Plakataktion gegen zu viel Handynutzung

Schillerplatz Iserlohn - Rathaus

Stadt Iserlohn startet Plaktaktion

Die Stadt Iserlohn will Eltern anregen, über das eigene Verhalten nachzudenken. Sie startet daher eine Kampagne gegen die Handynutzung im Beisein von kleinen Kindern. Auf 1.000 Plakaten in Kindergärten, Schulen und Ämtern bittet sie, lieber mit den eigenen Kindern zu sprechen als über das Mobiltelefon Nachrichten auszutauschen.

Stand: 21.02.2019, 09:55

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Andreas aus BGL 22.02.2019, 08:37 Uhr

    Ist nichts soooo neues, hat es schon 2016/17 in Bergisch Gladbach gegeben, an vielen Stellen. Hat nichts genützt .... Das ist über solche Plakataktionen auch nichts zu bewegen. Es ist mega traurig .... wenn man dafür die Augen öffnet und hinguckt ... was Menschen .... meist u50 in welcher abhängikeit zuhängen. In 20 - 30 Jahren sind das alles ganzganz einsame Menschen .... und geraten in einen Strudel anderer Abhängikeiten.

  • 6 K. Schmidt 22.02.2019, 07:24 Uhr

    Eine Situation die nicht einmalig ist. Eine Mutter telefoniert mit Ihrem Handy. Neben ihr ein ca. 3 jähriges Kind mit Laufrad. Beide stehen an einer großen Kreuzung und warten darauf das die Fußgängerampel grün wird. Die Ampel wird grün und Mutter läuft los. Ihr kleiner Sohn kommt so schnell gar nicht nach und fällt mit dem Laufrad auf der Mitte der Straße hin. Als Mutter die Straße überquert hat, lag der Sohn immer noch auf der Straße mit Laufrad. Mutter bemerkt nun das ihr Sohn nicht nachgekommen ist und läuft zurück, schreit den Jungen an und zerrt in über die Straße. In keinem Moment hat Sie Ihr Handy vom Ohr genommen. Dies ist kein Einzelfall. Ich habe ähnliche Fälle des Öfteren beobachtet.

  • 5 Andreas 21.02.2019, 21:08 Uhr

    Bloß nichts verpassen! In den sogenannten sozialen Netzwerken. Der Arzt der am Handy private Gespräche führt und den Patienten sitzen lässt. Der aber die Gespräche mithören kann. Kinder, die ihren Eltern sich mitteilen wollen. Diese aber nur auf ihr Display schauen und dabei die Kinder wegdrücken. Tolle Gesellschaft. Wird immer besser. Macht euch nur zum Sklaven eines Telefons. Die Nervenheilanstalt braucht neue Patienten. Mit dem Ding aufwachen und wieder einschlafen. Der erste Blick morgens geht aufs Handy. Was bin ich froh und dankbar mit aufmerksamen Eltern in einer guten Familie mit drei Generationen im Haus aufgewachsen zu sein. Mit Wählscheibe, Schallplatte, Kaffemühle und der Gleichen. Und ich lebe immer noch, und habe und werde auch in Zukunft kein Smartphon haben. Man muss es nicht haben. Ich fühle mich unglaublich frei und leicht. Ich kann mich irgendwo aufhalten und mich auf das Wesentliche konzentrieren.

  • 4 Anonym 21.02.2019, 20:12 Uhr

    Das Geld hätte man eher in die Straßen stecken können. Einige sehen schlimm aus - und sind noch schlimmer zu befahren. Aber hey, so werden die Werkstätten unterstützt ;)

  • 3 GINAELA 21.02.2019, 19:10 Uhr

    Wenn ich diese Plakate sehe, muss ich immer schmunzeln, wir haben 3 Kinder in der Pubertät und die Dauernutzung der Smartphones sind Dauerthema bei uns. Bei uns zu Hause hängt auch ein Plakat wo drauf steht...Kids legt die Handys weg und redet mit uns...Eure Eltern...

  • 2 leupolf 21.02.2019, 18:58 Uhr

    Ich sehe jeden tag wenn Eltern ihre Kinder von der schule abholen sie lieber ins Handy gucken man sieht dann die Kinder wie sie immer zu ihnen hochschauen und sich mitteilen wollen aber die Ignoranz der Eltern ist unbeschreiblich

  • 1 Herbert 21.02.2019, 17:31 Uhr

    Tja, so ist das im digitalen Zeitalter, wenn alle immer alles und dauernd wollen.

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