Prozess nach Messerangriff in Bäckerei

Bäcker holt frisch gebackenen Brötchen aus dem Ofen

Prozess nach Messerangriff in Bäckerei

  • Bäcker-Kollegin mit Messer verletzt
  • Frau wird versuchter Mord vorgeworfen
  • Anklage vermutet Vertuschungsversuch

Eine Bäckereiverkäuferin aus Hemer steht seit Freitag (22.05.2020) wegen versuchten Mordes in Hagen vor dem Landgericht. Sie soll im November 2019 in Iserlohn einer Kollegin ein Fleischermesser in den Bauch gestoßen haben. Bei der Verlesung der Anklage schüttelte die 48-Jährige ungläubig den Kopf. Zu den Vorwürfen schwieg sie am ersten Prozesstag.

Geld aus der Kasse genommen

Die Polizei war zunächst von einem Arbeitsunfall ausgegangen, denn die Frau hatte ausgesagt, sie sei mit dem Messer ausgerutscht. Laut Anklage wollte sie mit dem Angriff auf ihre Kollegin vertuschen, dass sie selbst in die Kasse gegriffen hatte. Sie soll fast 2.000 Euro an sich genommen haben, vermutlich weil sie Spielschulden hatte.

Landgericht Hagen

Im August wird das Landgericht voraussichtlich ein Urteil fällen.

Die Angeklagte habe die Schicht mit ihrer Kollegin getauscht, damit diese zu der Zeit arbeitete, zu der ein Sicherheitsunternehmen die Einnahmen abholen wollte. So sollte der Verdacht auf die Kollegin fallen, meint die Staatsanwaltschaft.

Opfer durch Notoperation gerettet

In einem Abstellraum der Bäckerei soll die 48-Jährige dann der Kollegin ein Messer in den Bauch gestoßen haben. Das Opfer konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Der Angeklagten drohen nun bis zu 15 Jahre Haft. Ein Urteil wird im August erwartet.

Stand: 22.05.2020, 15:22