Deradikalisierung: IS-Rückkehrerin wird betreut

Ehemalige IS-Anhängerin zurück in Deutschland

Deradikalisierung: IS-Rückkehrerin wird betreut

  • 31-Jährige radikalisierte sich in Detmold
  • 2015 mit Familie zur Terrorgruppe IS gereist
  • Generalbundesanwalt ermittelt

Am Montag (11.02.2019) landete die gebürtige Tschetschenin Fatima M. am Frankfurter Flughafen. Nach WDR-Recherchen werden sie und ihre Familie von der Berliner Deradikalisierungs-Organisation Hayat betreut: Von der IS-Rückkehrerin gehe keine Gefahr aus, heißt es bei Hayat.

Deradikalisierung durch Berliner Organisation "Leben"

Die Familie der gebürtigen Tschetschenin wird schon seit längerem von der Berliner Organisation Hayat (deutsch: Leben) betreut. Laut Hayat habe sich die Familie selbst bei den Helfern gemeldet. Man arbeite daran, dass sie sich deradikalisiere und hier wieder Fuß fasse.

Das ehemalige Wohnhaus von Fatima M.

Das ehemalige Wohnhaus von Fatima M.

Wo sich die 31-Jährige zurzeit aufhält, ist nicht bekannt. Ihren Aufenthaltsort darf sie nicht verlassen - eine Auflage der General-Staatsanwaltschaft in Karlsruhe. Die ermittelt wegen Plünderung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Radikalisierung in Detmold

Fatima M. war 2007 mit ihrem Mann, ebenfalls einem Tschetschenen, in eine gemeinsame Wohnung in einer Wohnsiedlung in Detmold im Kreis Lippe gezogen. Anwohner bezeichnen ihre früheren Nachbarn als "nette Leute".

Grillfeste mit Salafisten

Das Paar soll über Jahre hinweg von Tschetschenen radikalisiert worden sein, die seit Jahren intensiv in der Islamistenszene aktiv sind. Mit Salafisten hätten sich die beiden im Garten zum Grillen getroffen.

Wie geraten Frauen und Kinder in den Salafismus?

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 07.11.2018 03:53 Min. WDR 5

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2015 hätten sie vorgegeben, für zehn Tage in den Türkei-Urlaub zu fliegen. Kurze Zeit später hätten dann Freunde alle Möbel verkauft und die Wohnung leer übergeben. Das bestätigt auch die Hausverwaltung dem WDR.

Mann und Kinder vermutlich tot

Fatima M. reiste mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern über die Türkei in den Irak aus. Ihr Mann soll schon wenige Monate danach bei Kämpfen ums Leben gekommen sein. Die Kinder werden nach einem Bombenangriff vermisst.

Haftstrafe im Irak

Fatima M. war 2017 in Mossul festgenommen worden und war danach in Bagdad zu einer einjährigen Haftstrafe wegen illegaler Einreise verurteilt worden. Die hatte sie vor Antritt ihrer Reise nach Deutschland abgesessen.

Stand: 15.02.2019, 10:01