Bauer aus Borken: "Das Wasser steht uns bis zum Hals"

Der Protagonist Tobias Tücking sthet bei seinen Tieren im Stall

Bauer aus Borken: "Das Wasser steht uns bis zum Hals"

Schweinehalter sollen finanziell unterstützt werden, wenn sie aufgeben wollen. Das fordert der Westfälisch-Lippische-Landwirtschaftsverband. Tobias Tücking aus Borken-Marbeck, ist skeptisch.

WDR: Herr Tücking, was halten Sie von den Forderungen des WLV?

Tobias Tücking: Der Kurswechsel kommt viel zu spät, wir brauchen jetzt Hilfe und finanzielle Unterstützung, denn das Wasser steht uns bis zum Hals. Ob so eine „Abwrackprämie“ was bringt, weiß man letztlich auch nur, wenn genau klar ist, wie hoch sie ist und an welche Hürden sie geknüpft ist.

WDR: Wie ist Ihre aktuelle Situation?

Tobias Tücking: Ich habe aktuell 600 Schweine und fahre Verluste in Höhen von 50.000 Euro ein - monatlich! Noch spielen die Banken mit.

WDR: Umso interessanter wäre doch so eine staatliche Förderung?

Tobias Tücking: Ich habe den Hof von meinem Vater übernommen, eine Nachfolgefrage stellt sich nicht, wir haben kein Problem. Nach Tierwohl-Kriterien haben wir umgebaut. Ich habe bisher viel Herzblut reingesteckt und will jetzt noch nicht aufgeben.

WDR: Wie sieht denn Ihre Zukunft aus?

Tobias Tücking: Das muss man sehen. Wir haben seit kurzem eine kleine Alapka-Farm und einen Campingplatz. Das läuft auch relativ gut, aber momentan ist das erstmal nur ein Hobby. Mal sehen, was der WLV bei der Politik erreichen wird, ich bleibe da sehr skeptisch.

Das Interview führte Dennis Burk.

Paradigmenwechsel im Schweinestall Lokalzeit Münsterland 13.10.2021 02:34 Min. Verfügbar bis 13.10.2022 WDR Von Dennis Burk

Stand: 13.10.2021, 20:00