Explosion in Alchen: Warnung vor selbstgebauten Grills

Explosion in Freudenberg-Alchen

Explosion in Alchen: Warnung vor selbstgebauten Grills

Durch die Explosion wurden von 14 Menschen verletzt. Eine 67-jährige Frau ist an ihren schweren Brandverletzungen gestorben, eine Frau schwebt noch in Lebensgefahr.

Wir haben im WDR-Interview mit dem Leiter der Siegener Feuerwehr Matthias Ebertz über die Benutzung von selbstgebauten Grills und die Gefahr von heißem Öl und Fett gesprochen.

WDR: Herr Ebertz, die Explosion in Alchen wurde durch einen selbstgebauten Grill ausgelöst, da sich ein Öl-Feuer-Gemisch gebildet hat. Worauf muss man achten, wenn man mit Fetten und Ölen hantiert?

Matthias Ebertz

Matthias Ebertz, Leiter der Siegener Feuerwehr

Matthias Ebertz: "Wenn Sie mit Fett hantieren, dann müssen Sie darauf achten, dass kein Wasser in der Nähe ist. Das wissen die meisten ja auch. Da sich dann eine sogenannte Fettexplosion bildet. Bei diesem sehr tragischen Unglück in Alchen hatte es aber ja einen anderen Grund."

WDR: Dort war es Öl, das auf eine offene Flamme getropft ist. Kann sowas auch zu Hause passieren?

Ebertz: "Wenn Sie einen Grill haben, der die gleiche Bauart hat, kann das natürlich passieren. Ich kann aber nur dringend davon abraten, sowas überhaupt in Betrieb zu nehmen. Auch wenn es jemand im guten Glauben zusammengebaut hat, kann immer etwas passieren, weil es keine Sicherheitsabnahme gibt. Allein schon, wenn jemand es fehlbedient."

WDR: Also sollten allgemein nur zugelassene Grills benutz werden?

Ebertz: "Ein Grill sollte eine Bauartzulassung haben, also irgendeine Firma hat ihn schon mal abgenommen und der Grill hat die nötigen Sicherheitseinrichtungen. Das kann 20 Jahre gut gehen, wenn man so etwas selber baut. Aber es kann auch daneben gehen."

WDR: Auch wenn der Grill aus Alchen selbstgebaut war – kommt solch eine Bauweise häufiger vor?

Ebertz: "Die Technik mit den Öl-Grills ist sehr selten. Ich habe öffentlich noch nie einen gesehen. Ich weiß nicht, wie viele von den Grills noch existieren. Wer noch einen hat, soll ihn zum Schrott bringen."

Das Interview führte Christian Klein.

Stand: 10.09.2019, 13:07