Modekonzern Gerry Weber raus aus der Insolvenz

Modekonzern Gerry Weber raus aus der Insolvenz

  • Amtsgericht hebt Insolvenzverfahren auf
  • Viele Filialen geschlossen und Stellen abgebaut
  • Investoren übernahmen den bekannten Modehersteller

Der Modekonzern Gerry Weber fährt in ruhigere Fahrwasser. Das Insolvenzverfahren für das Unternehmen in Halle Westfalen wurde vom Amtsgericht Bielefeld aufgehoben. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag (02.01.2020) mit.

Damit sei man wieder "im Normalbetrieb mit einer soliden Kapitalbasis, neuen Eigentümern und mit einem klaren Konzept für die Zukunft", sagte Vorstandssprecher Johannes Ehling.

Insolvenz in Eigenverantwortung im April 2019 beantragt

Vor knapp einem Jahr hatte Gerry Weber Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet. Im April wurde diese vom Amtsgericht Bielefeld eröffnet. Die Vorstände blieben, bekamen aber einen Sachwalter an die Seite. Der Grund: Der hoch verschuldete Modehersteller war seit Jahren immer tiefer in die Krise gerutscht, hatte viele Kunden verloren und große Konkurrenz durch den Online-Handel erhalten. Anfang 2019 stand man vor einem Scherbenhaufen.

Harter Insolvenzplan lässt Aktionäre leer ausgehen

Mit einem harten Insolvenzplan sollte das international bekannte Unternehmen jedoch gerettet werden: Rund 150 Filialen wurden geschlossen, viele Stellen wurden abgebaut und die ehemalige Tochter Hallhuber verkauft. Zudem gingen die Aktionäre leer aus. Nur die Gläubiger können "mit weit überdurchschnittlichen Befriedigungsquoten auf ihre jeweiligen Forderungen von rund 32 Prozent bis zu mehr als 50 Prozent rechnen", teilte Gerry Weber International mit.

Investoren stellen rund 49 Millionen Euro

Das rettete das Modeunternehmen vorerst. Investoren stellten rund 49 Millionen Euro zur Befriedigung der Gläubiger und für das laufende Geschäft bereit. Rund 80 Prozent gehören nun den Eigentümern Robus und Whitebox.​ 

Stand: 02.01.2020, 13:17