Siegerländer Ärzte sollen Impfstoff abgezweigt haben

Impfärzte sollen eigene Patienten geimpft haben 03:29 Min. Verfügbar bis 24.02.2022

Siegerländer Ärzte sollen Impfstoff abgezweigt haben

Wenigstens drei Ärzte sollen bei Impfungen in Seniorenheimen Impfstoff für Patienten ihrer eigenen Arztpraxen abgezweigt haben. Das Siegener Impfzentrum geht den Vorwürfen nach und ermittelt gegen Mediziner aus Burbach, Bad Laasphe und Bad Berleburg.

Es war aufgefallen, dass auch jüngere und gesündere Patienten geimpft worden waren. Die Ärzte waren als Impfhelfer in Heimen eingesetzt und sollen überzählige Dosen mitgenommen haben. Einer ist der Bad Laaspher Hausarzt Frank Leyener. Er schaffe es, bis zu sieben Imfpdosen aus einer Ampulle zu ziehen. Darum habe er regelmäßig Impfstoff übrig gehabt, der schnell verbraucht werden müsse. Den habe er in seiner Freizeit außerhalb des Impfzentrums verimpft.

Dazu muss man wissen, dass aus einer Portion Impfstoff fünf bis sieben Spritzen aufgezogen werden können. Wenigstens in einem Fall wird befürchtet, dass Ärzte sich so auch bereichert haben könnten.

Verdächtige Ärzte suspendiert

Das Impfzentrum hat die Mediziner ersteinmal von ihrem Dienst suspendiert. Je nach Ermittlungsergebnis haben sie Sanktionen der kassenärztlichen Vereinigung zu befürchten, ethische Beurteilungen durch die Ärztekammer oder polizeiliche Ermittlungen.

Es ist üblich, dass überzählige Impfdosen auch an Feuerwehr und Rettungspersonal ausgegeben werden. Der Impfstoff darf aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr die jeweilige Impfstelle verlassen.

Stand: 24.02.2021, 20:43