Südwestfalen: Impfbereitschaft bei Personal in Pflegeheimen unterschiedlich

Südwestfalen: Impfbereitschaft bei Personal in Pflegeheimen unterschiedlich

Gut 10.000 Menschen in Südwestfalen sind bis Anfang der zweiten Januarwoche gegen COVID-19 geimpft worden. Die Impfbereitschaft der Mitarbeiter von Pflegeheimen schwankt stark.

Etwas mehr als die Hälfte der bisher 10.000 geimpften Menschen sind Bewohner von Pflegeheimen. Die anderen sind Mitarbeiter. In manchen Pflegeheimen war mehr als 80 Prozent des Personals bereit, sich impfen zu lassen. In anderen weniger als die Hälfte.

Im Kreis Olpe ließen sich 91 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen gegen COVID-19 impfen und 82 Prozent der Mitarbeiter. Im Kreis Soest liegt die Impfquote bei rund 50 Prozent, in Siegen-Wittgenstein bei 22.

Zweifel und Ängste

Ein Arzt hält Impfbuch und Stempel in der Hand

Die Impfbereitschaft beim Personal in Pflegeheimen schwankt zwischen weniger als der Hälfte und mehr als 80 Prozent

Beim Pflegepersonal ist manchmal der Zweifel groß. In drei Heimen in Werl und Arnsberg lässt sich nur etwa die Hälfte des Personals impfen. Die Mitarbeiter misstrauen der kurzen Entwicklungszeit des Impfstoffs.

Junge Frauen fürchten Probleme in der Schwangerschaft. Dafür gäbe es allerdings keine medizinischen Belege, sagte ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung.

Entwicklung ging einigen zu schnell

Auch Altenpflegerin Julia Schierack war skeptisch: "Ich habe gedacht: Das ging mir zu schnell und dann habe ich gedacht: Gut, ich bin jung, mein Immunsystem ist super. Mir kann nichts passieren. Man fühlt sich als junger Mensch ja doch recht sicher. Ich brauchte Zeit zum Nachdenken und habe hinterher gedacht: Lässt du dich doch lieber impfen."

Insgesamt ist die Impfbereitschaft allerdings hoch. Bei Mitarbeitern der Caritas in Arnsberg oder Meschede liegt sie zum Beispiel bei über 80 Prozent.

Stand: 12.01.2021, 17:10