Illegaler Welpenhandel in Steinfurt aufgeklärt

Handel mit kranken Hundewelpen 03:13 Min. Verfügbar bis 14.07.2021

Illegaler Welpenhandel in Steinfurt aufgeklärt

Von Katja Bothe

  • Viel zu junge Hundewelpen beschlagnahmt
  • Gefälschte Papiere und kranke Tiere
  • Welpen stammen aus Osteuropa

Das Veterinäramt Steinfurt hat einen Fall von illegalem Welpenhandel aufgeklärt. Ein Mann aus Bielefeld hatte viel zu junge Welpen mit gefälschten Papieren aus Rumänien eingeführt und hier zum Verkauf angeboten.

Kleine Hundewelpen verschiedenster Rassen sitzen gedrängt in einem Kofferraum.

Verkäufe aus dem Kofferraum - selten werden die Täter geschnappt

Der Fall ereignete sich vor gut zwei Wochen im Kreis Steinfurt. Am Freitag (10.07.2020) konnte dem Mann illegales Handeln nachgewiesen werden. Der Fall ist ungewöhnlich, weil Welpenhandel mit kranken und zu jungen Tieren aus Osteuropa nur selten aufgeklärt werden kann.

Welpen voller Parasiten

Dieser Fall wurde wegen des Engagements der Käuferin aufgeklärt. Diana A. aus dem Kreis Steinfurt wollte für ihre Töchter zwei Malteser-Welpen kaufen. Sie erhielt ein Angebot von einem Mann aus Bielefeld. 700 Euro sollten die Hunde kosten. Ein günstiges Angebot für Rassewelpen.

Ein kleiner weißer Welpe liegt auf dem Rasen und hat die Hand seines Frauchens im Mund.

Ein Mann verkaufte viel zu junge Malteser-Welpen

Der Verkäufer bot an, ihr die Tiere zu bringen. Statt - wie verabredet - am Nachmittag, kam er aber erst mitten in der Nacht. Er übergab ihr zwei scheinbar gesunde Welpen. Diese stellten sich später aber als krank und viel zu jung heraus. Auch die Papiere waren gefälscht. Eine Tierärztin schätzte einen der Welpen auf nur vier bis sechs Wochen. Außerdem waren die Tiere voller Parasiten und nicht geimpft.

Hohe Quarantänekosten

Die fehlende Tollwutimpfung war Grund für das Veterinäramt Steinfurt, die Welpen einzuziehen und in ein Tierheim mit Quarantänestation zu bringen. Nun soll Diana A. die Quarantänekosten zahlen - eine Summe im vierstelligen Bereich. Gegen den Händler wurde dagegen nichts unternommen. Diana A. war fassungslos.

Dem Verkäufer eine Falle gestellt

Vier kleine Malteser-Welpen in einem Pappkarton.

Weitere Welpen konnte die Polizei beschlagnahmen

Unter dem Vorwand, auch ihre Freundin wolle einen Welpen kaufen, lockte sie den Mann erneut nach Steinfurt. Die zu dem Treffen hinzugerufene Polizei konnte vier weitere Welpen beschlagnahmen und die Personalien des Mannes aufnehmen.

Das Veterinäramt konnte dem gebürtigen Rumänen inzwischen nachweisen, mit viel zu jungen Welpen zu handeln und Heimtierausweise zu fälschen. Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit. Die Hunde, von denen einer bereits gestorben ist, erhält der Mann nicht zurück.

Tollwut-Impfung bei Einfuhr nötig

Vorder- und Rückseite eines gefälschten Hundepasses

Der Betrüger hatte gefälschte Papiere ausgestellt

Welpen dürfen erst nach acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Ein früherer Verkauf zieht laut Tierärzten häufig Krankheiten nach sich. Hundewelpen aus Osteuropa müssen sogar mindestens 15 Wochen alt sein, wenn sie hier zum Verkauf angeboten werden, denn sie benötigen eine Tollwutimpfung.

Keine Welpen ohne vorheriges Kennenlernen kaufen

Tierärzte wie Dr. Ralf Unna aus Köln warnen vor dem Kauf von Tieren aus dem Internet, insbesondere wenn die Welpen und das Muttertier nicht vorher angesehen werden können. Wer solche Hunde kauft, unterstütze unabsichtlich diese unseriösen Geschäfte und verschärfe das Leid der Zuchttiere in den Herkunftsländern.

"Tierhandel auf Ebay stoppen"

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Stand: 11.07.2020, 16:00