Hohe Geldstrafe in Detmold für illegalen Kakteenhandel

Prof. Norbert Grotjohann zeigt seltenen Kaktus

Hohe Geldstrafe in Detmold für illegalen Kakteenhandel

  • Handel mit geschützten Kakteen
  • 10.800 Euro Geldstrafe
  • Anzeige vom Bundesamt für Naturschutz

Das Amtsgericht Detmold hat am Dienstag (17.09.2019) einen Mann zu einer Geldstrafe von rund 10.800 Euro verurteilt. Er hatte mit seltenen Kakteen gehandelt.

Das Bundesamt für Naturschutz hatte Strafanzeige gestellt. Mehr als 30 mal soll ein Tischler aus Schlangen im Kreis Lippe über eine Internetplattform streng geschützte Kakteen verkauft haben. Der Wert der Pflanzen lag zwischen 20 und 90 Euro. Gedroht hatte dem Angeklagten eine Haftstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren.

Ein Vierteljahrhundert nötig für die Nachzucht

Im Gewächshaus des Angeklagten aus Schlangen standen laut Staatsanwaltschaft unter anderem Ariocarpus oder Atzekium Ritterii, kleine Kakteen aus Mexiko. "Diese Kakteen wachsen sehr langsam, sind größtenteils im Boden verborgen. Bis man ein verkaufsfähiges Exemplar angezüchtet hat, dauert es 20 bis 25 Jahre. Weil die ausgegraben und gestohlen und illegal über die Grenze gebracht werden, sind sie am Standort sehr gefährdet", sagt Biologieprofessor Norbert Grotjohann von der Universität Bielefeld dem WDR. "Das Land Mexiko hat schon vor vielen Jahren ein Ausfuhrverbot erteilt. Man darf sie wohl nachzüchten mit amtlicher Genehmigung, aber nicht einfach so im Handel verkaufen."

Stand: 17.09.2019, 18:00

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