Ostwestfalen-Lippe: Großes Interesse an Bahndialog zu ICE-Trasse

Fahrender ICE

Ostwestfalen-Lippe: Großes Interesse an Bahndialog zu ICE-Trasse

Rund 2.700 Interessierte haben sich beim Online-Dialog der Deutschen Bahn am Donnerstag aus erster Hand über die Pläne zur ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Bielefeld informiert.

Beim Auftakt haben ausgewählte Vertreter von Politik und Bahn ihre Positionen nochmal unterstrichen. Alle anderen konnten sich im Chat beteiligen. Ergebnis: Insgesamt kamen 1.500 Fragen und Kommentare zusammen. Ab März treffen sich Politik, Bahn und Bürgerinitiative, um die Gespräche zu intensivieren.

Strecke ist ein Milliardenprojekt

Der Bund plant auf der Strecke seit Jahren eine deutlich schnellere Verbindung. Sie ist ein Milliardenprojekt. Am Donnerstag wurde offiziell der Startschuss für den sogenannten Planungsdialog gegeben. Die Strecke soll Teil des neuen, sogenannten Deutschland-Taktes werden.

30-Minuten-Takt als Ziel angepeilt

Bis 2030 sollen ICEs nicht nur schneller, sondern auch immer zur gleichen Zeit fahren - zwischen den großen Strecken plant die Bahn einen 30-Minuten-Takt. Dafür sind aber auch entsprechende bauliche Maßnahmen nötig, eine schnellere Trasse soll entstehen - durch OWL.

Widerstände gegen das Projekt

In Ostwestfalen-Lippe gibt es seit längerem Widerstand gegen den kompletten Neubau einer ICE-Trasse. So hat die Bürgerinitiative WiduLand in Vlotho mittlerweile knapp 1.000 Mitglieder. Mehrere Bürgerinitiativen fürchten, dass ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Bahn nehme Sorgen der Bürger ernst

Daher lädt die Bahn Bürger*innen zum Gespräch ein. Kommunen und Anwohner sollen frühzeitig in die Suche nach einer geeigneten Trasse für den Ausbau der stark befahrenen Bahnstrecke einbezogen werden. Ein Unternehmenssprecher versicherte im Gespräch mit dem WDR , die Bahn nehme die Sorgen der Menschen in der Region ernst und wolle ihre Interessen bei der Planung berücksichtigen.

Konkrete Planungen in zwei Jahren

Die geschätzten Kosten liegen zwischen 1,9 und 5,9 Milliarden Euro. Der Konzern rechnet damit, in zwei Jahren erste Pläne für den Abschnitt zwischen Bielefeld und Hannover in den Händen zu halten. Der Planungsauftakt findet am Donnerstag (14.01.2021) coronabedingt als Videokonferenz statt. Beginn ist um 18.00 Uhr.

Fünf Varianten im Gespräch

Grundlage der Planungsberatungen, wie der Ausbau aussehen soll, sind insgesamt fünf verschiedene Modell-Varianten:

Variante 1: Sie sieht die Ortsumfahrungen für Wunstorf, Bückeburg und Minden vor, sowie zusätzliche Gleise auf einem Teilabschnitt. Auch wenn die Ausbaukosten vergleichsweise niedrig sind, können so nur acht Minuten Fahrzeit eingespart werden.

Variante 2: Sie sieht eine Neubautrasse entlang der Autobahn 2 mit längeren Tunnelabschnitten vor. Die Gesamtkosten sind zwar hoch, schont aber die Anlieger und sorgt für das nötige Tempo auf der Strecke.

Variante 3: Sie sieht einen Neubauabschnitt an der A2 und ein früheres Einfädeln in die bestehende Strecke bei Bad Oeynhausen vor. Hier wird jedoch nicht das gewünschte Tempo erreicht und die Arbeiten sind kompliziert.

Variante 4: Sie sieht weniger Ausbauten vor, jedoch wird auch dabei unter anderem nicht der nötige Fahrzeitgewinn möglich.

Variante 5: Hier sollen Nutzen und Kosten der anderen vier Optionen kombiniert werden. Nah an der bestehenden Trasse sind neue Gleise vorgesehen. Wunstorf soll umfahren und das Wesergebirge in einem langen Tunnel unterfahren werden. Streit könnte es darüber geben, wie stark die neuen Gleise in die Natur eingreifen, wie hoch die Belastung für Anlieger an Neubau- und auch bestehenden Streckenabschnitten wird, und sicher auch die Kosten.

Stand: 15.01.2021, 11:55

Weitere Themen