Ehemaliges Krankenhaus wird zu Flüchtlingsunterkunft

Lokalzeit Münsterland 14.03.2022 02:29 Min. Verfügbar bis 14.03.2023 WDR Von Andrea Walter

Kriegsflüchtlinge finden Zuflucht in Ibbenbüren

Stand: 15.03.2022, 13:35 Uhr

In der Zentralen Flüchtlingsunterkunft in Ibbenbüren werden ab sofort nur noch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Alle anderen Flüchtlinge wurden verlegt.

Außenansicht der ZUE in Ibbenbüren

Die ZUE in Ibbenbüren wurde für ukrainische Flüchtlinge freigeräumt

In der ZUE Ibbenbüren waren zuletzt 900 Flüchtlinge aus aller Welt untergebracht. Diese seien am Wochenende kurzfristig in andere Landesunterkünfte verlegt worden, berichtete die Bezirksregierung Münster am Montag (14.03.2022). Denn in der ZUE Ibbenbüren würden künftig ausschließlich Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Die ersten 200 seien bereits da, weitere 150 würden erwartet.

Weitere 280 Plätze in ehemaligem Krankenhaus

Eine Frau und zwei Männer stehen mit Maske in einem Krankenbettzimmer mit zwei Betten.

Die ersten Zimmer im früheren Bodelschwingh-Krankenhaus sind bezugsfertig.

Gleichzeitig haben Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr Ibbenbüren am Wochenende das ehemalige Bodelschwingh-Krankenhaus in Ibbenbüren hergerichtet, zur "temporären Akutunterbringung und -versorgung neu eingetroffener Flüchtlinge bis sie in die kommunale Unterbringung übergehen können", teilte der Kreis Steinfurt mit. Das Krankenhaus-Gebäude bietet Platz für 280 Menschen.

Flüchtlingshelfer warnen vor Ungleichbehandlung

Flüchtlingshelfer der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) in Münster begrüßen zwar die große Hilfsbereitschaft. Sorge bereitet ihnen jedoch die plötzliche Verlegung von Flüchtlingen etwa aus Afghanistan oder Irak, die schon länger in den Unterkünften leben, für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

"Menschen werden von heute auf morgen verlegt, ohne Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse und müssen wieder von vorne anfangen. Menschen, die dringend auf privaten Wohnraum angewiesen sind, um ein kleines bisschen Stabilität zurück erlangen zu können, werden in Mehrbettzimmer verlegt, da für Einzelzimmer keine Kapazitäten mehr da sind", heißt es in einem offenen Brief des GGUA-Mitarbeiters Dominik-Hüging. Er warnte vor einer Ungleichbehandlung.

Getrennte Unterbringung

Die Bezirksregierung Münster verteidigte das Vorgehen. Unter den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine seien viele Frauen und Kinder. Diese wolle man getrennt von Asylsuchenden aus anderen Ländern unterbringen, auch um mögliche Konflikte zu vermeiden, sagte ein Sprecher.

Unterschiedliche Rechtslage

Mit Blick auf die mögliche grundsätzliche Ungleichbehandlung von Flüchtlingen verwies Regierungspräsidentin Dorothee Feller auf die Rechtslage in der EU. Die räume Menschen aus der Ukraine größere Freiheiten ein als Asylbewerbern.

Ebenso wie Ibbenbüren auch die Flüchtlingseinrichtungen in Dorsten und Schöppingen ausschließlich für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine genutzt werden.