Ein Hotel bereitet sich auf Flüchtlinge vor

02:30 Min. Verfügbar bis 05.05.2023

Ein komplettes Hotel für Geflüchtete in Schmallenberg

Stand: 05.05.2022, 19:32 Uhr

Das Sauerland Alpin Hotel wird eine Unterkunft für geflüchtete Ukrainer. Kommenden Montag sollen die ersten ankommen. Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen.

Von Fritz Sprengart

Die Betten sind perfekt aufgeschlagen, im Bad liegen Seife und Toilettenpapier bereit. So akkurat sind Unterkünfte für Geflüchtete nur selten vorbereitet. "Wir freuen uns sehr darüber, dass wir den Ukrainern hier so etwas bieten können", sagt Lara Sippel von der Bezirksregierung Arnsberg. "Das ist genau der richtige Ort für die Menschen, um nach der Flucht zur Ruhe zu kommen."

Im Keller werden sieben Waschmaschinen und Trockner angeschlossen. Die wurden im Hotelbetrieb bislang nicht gebraucht.

Kein Geschäft, sondern Herzenssache

Inhaber Peter Julius

Hotelier Peter Julius

Peter Julius gehört das Hotel. Die Bezirksregierung zahlt ihm einen Betrag für die Nutzung als Unterkunft. Ein Geschäft ist das Ganze für ihn aber nicht.

Ein Hotelzimmer in Schmallenberg

Ab Montag können Menschen aus der Ukraine kommen

"Wir haben hier im Sommer eine Auslastung von fast 80 Prozent" sagt er und verweist damit auf die Touristen, die deutlich mehr zahlen als er jetzt bekommen wird. "Meine Frau ist Ukrainerin, wir haben Familie in Saporischschja, deshalb ist das für uns eine Herzensangelegenheit."

800 Einwohner – 360 Geflüchtete: Bürgermeister ist skeptisch

Sauerland Alpin Hotel in Schmallenberg

An der Hotelbar gibt es keinen Alkohol

Schmallenberg bekommt durch das Hotel auf einen Schlag mehr als dreihundert Unterbringungsplätze. Für Bürgermeister Burkhard König löst das einige Probleme. Denn er muss erst einmal keine Unterkünfte mehr suchen.

Seine Freude klingt aber ein wenig gedämpft: "In Schmallenberg-Grafschaft wohnen 800 Leute und jetzt kommen bei Maximalauslastung 360 Geflüchtete hinzu", sagt er und legt die Stirn in Falten. "Das ist eine Herausforderung für den Ort. Darum werden wir uns kümmern müssen."  

Über dieses Thema berichtet der WDR im Hörfunk und Fernsehen in der Lokalzeit Südwestfalen am 05.05.2022