14 Monate Gefängnis für Holocaust-Leugnerin in Detmold

Ursula Haverbeck mit Anwälten im Detmolder Landgericht

14 Monate Gefängnis für Holocaust-Leugnerin in Detmold

  • Landgericht Detmold verurteilt Holocaust-Leugnerin
  • 14 Monate Haft für Ursula Haverbeck
  • Verteidiger wollen Urteil überprüfen lassen

In dem Berufungs-Prozess am Dienstag (28.11.2017) hob das Landgericht Detmold die Urteile der Amtsgerichte Detmold und Bad Oeynhausen auf. Die 89-jährige Ursula Haverbeck hatte sich in dem Berufungsverfahren gegen mehrere Urteile in erster Instanz wehren wollen. So hatte das Amtsgericht Detmold sie wegen Volksverhetzung zu acht und zehn Monaten Haftstrafe verurteilt.

Das Landgericht verhängte nun eine Freiheitsstrafe von insgesamt einem Jahr und zwei Monaten. Die Äußerungen Haverbecks seien weit über das hinaus gegangen, was vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das Gericht blieb unter dem Strafmaß, das die Staatsanwaltschaft verlangt hat, nämlich 18 Monate Freiheitsentzug.

Fax an Zeitung nicht nachweisbar

Einen Freispruch gab es für die Holocaust-Leugnerin allerdings in einem Fall, den das Amtsgericht Detmold anders entschieden hatte. Haverbeck hatte in einem Brief an den Detmolder Bürgermeister und in kopierten Schriften den Völkermord an Juden geleugnet.

Die Äußerung in einem Brief sei kein öffentliches Leugnen, so das Landgericht, und es lasse sich nicht nachweisen, dass Haverbeck selbst dessen Inhalt an eine Zeitung gefaxt habe. Die Verteidiger wollen das Landgerichts-Urteil vom Oberlandesgericht Hamm überprüfen lassen.

Stand: 28.11.2017, 15:11