Nitratwerte im Münsterland weiter zu hoch

Reagenzgläser mit Wasser stehen in einem Behälter

Nitratwerte im Münsterland weiter zu hoch

  • Grenzwert-Überschreitungen an 18 Messstellen
  • Zu hohe Werte auch in Hausbrunnen
  • Hauptursache in der Landwirtschaft

An 18 Messstellen im Münsterland wurde der Grenzwert für Nitrat im vergangenen Jahr überschritten, an vielen Stellen sogar deutlich. Besonders belastet ist das Grundwasser in Sendenhorst. Statt der erlaubten 50 Milligramm pro Liter liegt der gemessene Wert bei mehr als 150 mg/l. Eine besonders hohe Nitrat-Belastung wurde auch in Sassenberg, Recke und Ahaus festgestellt.

Auch Hausbrunnen betroffen

Auch die Kreise, die Hausbrunnen teilweise jährlich beproben lassen, kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Vergeichsweise hoch sind die Werte im Kreis Borken. Beispielsweise wird in Heiden der Grenzwert bei mehr als 40 Prozent der Hausbrunnen überschritten, teilweise sogar um das Vierfache.

Die Kreise aber sehen bisher keine rechtliche Handhabe, derart stark belastete Brunnen still zu legen. Sie raten betroffenen Bürgern dringend, das Brunnenwasser nicht zu trinken. Im Kreis Coesfeld sind die Brunnen im Münsterland-Vergleich am wenigsten mit Nitrat belastet.

Düngeverordnung soll helfen

Mit einem Güllewagen wird auf einem Getreideacker organischer Dünger ausgebracht.

Die Landwirtschaft sorgt für die Nitratprobleme

Hauptursache für die hohen Werte ist die Düngung in der Landwirtschaft. Die hohen Werte könnten sich mittelfristig negativ auf das Trinkwasser auswirken, das größtenteils aus Grundwasser gewonnen wird. Damit das nicht passiert, gibt es vielerorts Abmachungen der Wasserwerke mit den Bauern der Region. Für Abhilfe soll außerdem vor allem die neue Düngeverordnung sorgen.

Einigung im Streit um Düngeverordnung Aktuelle Stunde 14.06.2019 02:50 Min. UT Verfügbar bis 14.06.2020 WDR Von Alexander Klein

Stand: 21.06.2019, 11:05