Kritik am geplanten Atommüll-Lager im Kreis Höxter wächst

Ehemaliges Atomkraftwerk Würgassen

Kritik am geplanten Atommüll-Lager im Kreis Höxter wächst

  • Zentrales Zwischenlager für Atommüll in Würgassen ab 2027 geplant
  • Beverungen, Bad Karlshafen und Boffzen gegen Atommüll-Lager
  • Demonstrationen und tausende Unterschriften für Petition

Gegen das neu geplante Zwischenlager für Atommüll in Beverungen-Würgassen im Kreis Höxter formiert sich immer größerer Widerstand. Die Städte Beverungen, Bad Karslhafen und die niedersächsische Gemeinde Boffzen wenden sich jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme entschieden gegen den Bau des Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktiven Abfall am alten Atomkraftwerk Würgassen.

Sie seien von der Art und Weise, wie die Betreibergesellschaft mit den Menschen umgehe, entsetzt, heißt es in der Stellungnahme. Die Bürgermeister fragen auch, warum das Zwischenlager nicht direkt am Endlager Schacht Konrad gebaut wird. Und sie haben große Sorge, dass Würgassen entgegen anderslautender Bekundungen zu einem atomaren Endlager werden könnte.

Erste Demonstrationen bereits kurz nach Verkündung

Bereits am Sonntag, einen Tag nach der Bekanntgabe des Bauvorhabens (07.03.2020), hatten sich Bürger zu einer spontanen Demo versammelt und über die sozialen Medien zum Protest aufgerufen. Über eine Online-Petition wurden mittlerweile über 4.000 Unterschriften gegen das Lager gesammelt.

Kritiker befürchten Schäden für Gesundheit und Umwelt

Die Gegner des geplanten Atommüll-Zwischenlagers fürchten, dass durch den radioaktiven Abfall mehr Menschen an Krebs erkranken, dass junge Familien aus Würgassen wegziehen und dass die Natur leidet. Die Kritiker sind auch sicher, dass die bevorstehenden Transporte von radioaktivem Müll mehr Lärm und CO2-Ausstoß verursachen.

Auch Bürgermeister Hubertus Grimm wurde von den Bauplänen überrascht. Er fordert von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung mehr Aufklärung und Mitbestimmung für die Menschen in Würgassen.

Investitionen von 450 Millionen Euro geplant

In dem neu geplanten Logistikzentrum soll ab 2027 schwach- und mittelradioaktiver Abfall aus ganz Deutschland gesammelt werden. Die Baukosten sollen 450 Millionen Euro betragen.

Im Jahr 1971 wurde das Kernkraftwerk Würgassen in Betrieb genommen und 1994 unter anderem aufgrund von Haarrissen im Stahlmantel des Reaktorkerns abgeschaltet.

Wohin mit AKW-Schutt?

WDR 5 Politikum - Wiedervorlage 25.02.2020 03:13 Min. Verfügbar bis 24.02.2021 WDR 5 Von Clemens Hoffmann

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Stand: 11.03.2020, 08:12