Atommüll-Zwischenlager: Widerstand in Würgassen wächst

Ehemaliges Atomkraftwerk Würgassen

Atommüll-Zwischenlager: Widerstand in Würgassen wächst

  • Mehr als 50 Fragen an bundeseigene Gesellschaft
  • 2027 soll in Würgassen ein Atommüll-Zwischenlager
  • Bürger und Organisationen wehren sich dagegen
  • Tausende Menschen haben Online-Petition unterzeichnet

Bürgerinitiativen und Anti-Atomkraftorganisationen wehren sich gegen das geplante Zwischenlager für leicht- und mittelradioaktiven Atommüll am ehemaligen Atomkraftwerk in Beverungen-Würgassen (Kreis Höxter). Eine Online-Petition haben bis Mittwoch (08.04.2020) rund 6.400 Menschen unterschrieben.

Ein Online-Forum der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung, BGZ, zum Standort in Beverungen-Würgassen wird gut angenommen. In drei Tagen wurden bis Mittwoch (08.04.2020) rund 50 Fragen gestellt und beantwortet, so die Betreiber der BGZ. Oft gehe es um das "Warum" des Standortes Beverungen-Würgassen, um die Sicherheit beim Transport der radioaktiven Abfälle und um die Sorge, dass das künftige Logistikzentrum zum Endlager für radioaktiven Müll werden könnte.

Gesundheitsrisiken befürchtet

Gegner des Atommüll-Lagers in Würgassen

Die Gegner des Atommüll-Lagers auf einer Pressekonferenz

Die Bürgerinitiativen halten den Standort für völlig ungeeignet. Er liege direkt an einem Wohngebiet und es bestehe Hochwassergefahr. Die Anti-Atomkraftinitiativen warnen vor einem massiven Gesundheitsrisiko. Bei dem Atommüll handele es sich um "stark kontaminierte Bauteile sowie toxische Stoffe wie Arsen und Quecksilber", sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt". Der radioaktive Abfall könnte mehr Krebserkrankungen bei den Anwohnern verursachen, so die Befürchtung.

Keine Genehmigung nach Planfeststellungsverfahren?

Eigentlich müsste der Atommüll am Endlagerschacht Konrad in Salzgitter gelagert werden, so die Atomkraftgegner. Dafür sei jedoch ein neues Planfeststellungsverfahren nötig. Dann allerdings würde das ganze Endlager nahe Salzgitter wohl nicht mehr genehmigt werden. Deshalb werde jetzt Würgassen ins Spiel gebracht, so die Kritiker.

Radioaktive Abfälle aus alten Atomkraftwerken

Ab 2027 soll in dem Zwischenlager schwach- und mittelradioaktiver Abfall aus ganz Deutschland für den Transport ins Endlager Konrad nahe Salzgitter gesammelt werden. Vor allem sollen dort radioaktive Abfälle zwischengelagert werden, die aus dem Betrieb und Rückbau von Atomkraftwerken stammen. 450 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Stand: 08.04.2020, 16:09