Nach der Flut: Viele Sportplätze in Südwestfalen zerstört

Kaputte Sportplätze nach Hochwasser 03:19 Min. Verfügbar bis 07.09.2022

Nach der Flut: Viele Sportplätze in Südwestfalen zerstört

Von Frank Strohdiek

Viele Sportplätze in Südwestfalen haben nach dem Hochwasser vom 14. Juli Schäden oder sind sogar zerstört. Die Fußballvereine kämpfen um eine schnelle Reparatur. Aber das ist oft schwieriger als erwartet. So wie in Wenholthausen bei Eslohe.

Ralf Stracke steht mit seinen Vorstandkollegen auf dem Platz, auf dem eigentlich die Kreisliga-Mannschaften des Vereins ihre Heimspiele austragen sollten. Aber auch gut anderthalb Monate nach dem Hochwasser sieht es hier immer noch übel aus. 

500.000 Euro kostet Reparatur für Kunstrasen

Wie teuer die Reparatur des Platzes in Wenholthausen wird, weiß auch der Vereinsvorstand nicht. Es fehlen noch Gutachten. Sicher ist bisher nur, dass der eigentliche Kunstrasen-Belag ersetzt werden muss. Das macht etwa 300.000 Euro. Ist der Unterbau mit der Drainage ebenfalls kaputt, steigen die Reparaturkosten schnell auch auf 500.000 Euro. 

"Wir sind auf Spenden angewiesen. Und wir hoffen auf die Hilfe der Stadt Eslohe, die die Sportvereine in der Vergangenheit immer unterstützt hat," sagt Ralf Stracke. Seine Vorstandkollegen nicken.

Auch in Arnsberg-Müschede ist Platz kaputt

So wie den Wenholthausener Fussballern geht es mehreren Vereinen in Südwestfalen. Zum Beispiel auch in Arnsberg- Müschede. Dort ist der Kunstrasen auch kaputt. Auch hier weiß noch niemand, wie der Unterbau aussieht.

Elf Plätze sind als unbespielbar gemeldet

Kaputter Sportplatz nach dem Hochwasser in Wenholthausen

Kaputter Sportplatz nach dem Hochwasser in Wenholthausen

Wieviele Sportplätze zerstört wurden, weiß selbst der Westfälische Fußball- und Leichtathletikverband nicht genau. Bisher sind bei ihm elf Plätze gemeldet, die nicht bespielbar sind. Die geschätzten Reparaturkosten bewegen sich dort zwischen einigen Zehntausend Euro und einer halben Million.

Während in Wenholthausen und in Müschede die Städte als Eigentümerinnen bei den Reparaturen mit im Boot sind, ist das in Iserlohn Lasbeck anders. Hier gehört der Platz dem Verein. Ohne Spenden kann der die Schäden aber auch nicht beseitigen.

"Wir wollen den Platz aber unbedingt wieder in Betrieb nehmen. Er ist ja auch eine Art soziales Zentrum im Dorf. Hier gucken alle am Sonntag die Spiele, essen eine Wurst zum Bier und tauschen Neuigkeiten aus", schildert der 1. Vorsitzende Christian Bertz.

Mannschaften spielen auf Plätzen befreundeter Vereine

Dort, wo die Plätze vom Hochwasser zerstört wurden, trainieren und spielen die Mannschaften auf den Plätzen benachbarter, befreundeter Vereine. Eine Situation, mit der alle erstmal leben müssen. Selbst die größten Optimisten glauben nicht an einen Reparaturbeginn vor dem Jahreswechsel.

Stand: 07.09.2021, 17:12